«Verbrenner baut man noch bis 2035»
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00:00:01: Porsche präsentiert Elektrogeflüster. Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.
Wilma: Willkommen zu einer neuen Folge «Elektrogeflüster». Heute mit uns zusammen im Studio ist Christoph Erni. Herzlich willkommen, Christoph. Du bist Gründer und CEO der Juice Technology AG, die sich seit 2014 auf mobile Ladestationen für Elektroautos spezialisiert hat. Eure Philosophie ist, Strom sei überall verfügbar, man brauche nur die richtige Lösung.
Christoph Erni: Genau so ist es. Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Wilma und Andreas, vielen Dank für die Einladung.
Andi: Danke, Christoph, dass du uns hier besuchst heute in unserem kuscheligen Studio. Eben, Wilm hat es schon angesprochen, ihr seid hauptsächlich fokussiert auf mobile Ladestationen, habt aber auch noch andere Sachen im Sortiment. Darauf gehen wir später natürlich noch ein. Euer Hauptsitz ist in Bachen-Dülach, aber ihr seid ja mittlerweile weltweit auch tätig mit mehreren hundert Mitarbeitern.
Christoph Erni: Ja, also mit der Produktion sind wir etwa 200, sind weltweit tätig, haben rund um die Erde sieben Landesniederlassungen, Verkaufsniederlassungen. Aber die ganze Entwicklung ist in der Schweiz und produzieren wir in der Schweiz, in Deutschland und in China aktuell. Gleich natürlich auch in Amerika aus logischer Folge, ja, ganz genau, und einen weiteren Standort in Europa noch, weil wir natürlich unbedingt so weit kommen wollen, dass wir alle Geräte genau in diesem Kontinent fertigen, wo wir sie auch verkaufen. Aber du hast recht, die mobilen Stationen sind nach wie vor der wichtigste und sogar wieder wichtiger Teil unserer Geschichte, weil wir dort einfach eine Nische haben, wo wir führend sind und diese gut abdecken können.
Andi: Und wie es dazu gekommen ist, als du es 2014 gegründet hast, ist ja auch noch eine ganz spannende Geschichte, wenn man jetzt sieht, jetzt seid ihr ein weltweit tätiges Unternehmen, aber die Idee dahinter war ja, ist im ganz Kleinen hat das angefangen.
Christoph Erni: Selbsthilfegruppen war das. Ich bestellte ein Elektroauto im 10er, das im 13er geliefert wurde. Ich merkte sofort, als früher überzeugter Vielzylinder-Fahrer, dass es besser ist für das, was man heute fahren kann. Tesla Model S, glaube ich. Genau. Als das endlich geliefert wurde. habe ich gemerkt, dass alles wirklich besser ist, ausser zu laden. Das Laden war einfach sehr, sehr mühsam. Und ich habe dann bald die Erkenntnis gewonnen, Strom hat es ja schon überall. Wieso muss man warten, bis es Ladestationen gibt? Also nimmt man doch die Ladestationen einfach mit. Darum ist ja das Automobil eben Automobil. Und wenn man diese dabei hat und man irgendwo Licht sieht, dann hat es auf jeden Fall Strom und sobald es Strom hat, kann man das Auto laden, wenn man die Station mitnehmen kann. Und so ist das entstanden und wir haben sofort gemerkt, das ist eine Nische, bei der sehr, sehr viele Leute ein Bedürfnis haben. Wir haben dann gleich auch Umfragen gemacht bei unseren Kunden und haben gemerkt, dass es drei Typen gibt, die das brauchen. Der erste Typ braucht es einfach wie ein Reservenkanister, damit er geistig frei ist. Die brauchen das Gerät eigentlich fast nie, aber die haben es einfach in den Kofferraum und sagen, mir kann nichts passieren. Im schlimmsten Fall gehe ich irgendwo in ein Restaurant suchen, stecke ein, esse einen Schnitzel und kann dann wieder weiterfahren. Der zweite Typ, es verteilt sich etwa ein Drittel, Dann braucht es regelmässig unterwegs. Ich habe keine Ladekarte oder was komplizierteres. Strom finde ich immer. Wenn ich mal die Tanke unter dem Tag müssen, kann ich das einstecken. Und der dritte, braucht es zuhause wie eine normale Wandladestation. Natürlich typischweise Einfamilienhäuser in Privatgaragen. Das ist ein grosser Vorteil, weil man damit viel flexibler ist. Statt einer Wandladestation, die man dann ummontieren muss, wenn man das Auto anders parkiert, kann man es viel einfacher von einer Ecke in die andere ziehen in der Garage, weil sie so mobil ist.
Andi: Und ihr hattet ja auch damals so als erster, oder fast als erster, kannst du bestimmt auch ausführen, hattet ihr ja diesen USP, dass es quasi wie einen Brandschutz auch drin hat, dass es kann, dass die, dir sind ja glaube ich auch mehrere Steckdosen durchgeschmort mit den alten
Christoph Erni: Geräten
Andi: oder? Ja genau, ich
Christoph Erni: habe jetzt angefangen, ganz genau. Ich habe gemerkt, es ist natürlich schon mehr Strom als man zieht mit der Elektrozahnbürste oder mit 10 Minuten Föhnen. Wenn man natürlich während 10 Stunden eine völlig andere Haushaltsdose zieht, ist das natürlich zu viel für viele Dosen. Gerade wenn sie vielleicht schon etwas verschmutzt sind, etwas älter sind oder nicht mehr so gut angeschlossen sind. Oder wenn man noch einen Adapterstecker dazwischen legt, weil man vielleicht ein Gerät hat, das einen Schuko-Stecker hat und in der Schweiz einen Schweizer Stecker hat, ist das für Rasierapparate gemacht und nicht für 10 Stunden ein Auto zu laden. Da ist mir tatsächlich in der ersten Nacht schon so ein Stecker abgeschmolzen. Zum Glück hat es nicht angefangen zu brennen und da habe ich gedacht, das muss man besser machen. Und dann haben wir natürlich sofort Anfalltemperatursensor eingebaut in alle Haushaltsstecker. Und diese messen bis 70 Grad. Ab 70 Grad pausieren sie, also melden zurück über die Station am Auto, jetzt machen wir eine koordinierte Pause, dann fährt es schön langsam runter und wenn es abgekühlt ist, fährt es wieder hoch. So hat man trotzdem eine gute Chance, dass am Morgen ein anständiger Ladestand im Auto ist und das Haus noch steht, was das Wichtigste ist.
Andi: Wie lange ging das genau von deiner ersten Idee, bis dann Juice Technology oder bis das Produkt, das erste, rausgekommen ist?
Christoph Erni: Das erste hat etwa ein halbes Jahr gedauert, der Juice Booster 1. Das war ein richtiger Klotz. Wir haben es natürlich als Bauhaus-Design verkauft,
Andi: aber es ist eigentlich ein Schuhe-Schachtel.
Christoph Erni: Aber schnell, ein halbes Jahr? Ja,
Andi: das
Christoph Erni: ging relativ schnell. Aber es war natürlich immer noch sehr balky, sehr gross. Und dann haben wir den Juice Booster 2, der heute noch auf dem Markt ist, immer noch ein für uns Produkt ist, haben wir dann entwickelt. Und der ist dann schon drei Jahre in der Entwicklung gegangen, bis wir so weit waren. Und alle Optimierungen, die wir reinbringen wollten, konnten wir dort verwirklichen. Es ist ein tatsächliches Produkt, das heute noch nachgefragt wird, auch von Autoherstellern, das wir natürlich in der Feinheit immer verbessert haben. In der Software haben wir 400 Sonderfelder abgedeckt, was alles passieren kann. Jedes Auto spinnt etwas anders, ist nicht ganz normkonform. Unser Ziel ist einfach, dass es in jedem Fall sicher laden muss. Es sollte immer laden, denn wir erwarten, dass, wenn ich das Handy morgen einstecke, es auch voll sein soll. Und wenn ich das Auto am Abend einstecke, dann soll das Auto morgen auch voll sein.
Andi: Und Panzer können auch noch drüber fahren. Das wollen wir
Christoph Erni: auch testen. Das war noch vor dem Krieg, dann durfte man das noch. Die Amerikaner finden es immer noch lustig. Darum haben wir zum Beispiel Caterpillar als Kunde, wir haben andere Landmaschinenhersteller als Kunde, wo jetzt immer mehr Fahrzeuge elektrisch kommen. Also der PV-Markt ist sehr, sehr wichtig. Aber es kommen jetzt so viele andere Märkte dazu, die natürlich noch mehr Anforderungen haben an Robustheit und an Wasserdichtigkeit. Erste Häfen haben wir schon ausgestattet, weil es auch grosse Häfen gibt, in denen man sich nur noch elektrisch bewegen darf. In Italien zum Beispiel gibt es diese Vorschrift. In Monaco haben wir einen ersten Prototyp jetzt dort am Laufen. Lastwagen kommen natürlich. Dort liefern wir auch unsere Ladestationen, die mobilen, mit. Da werden einfach von zwei Seiten über Nacht geladen. Also zweimal 22 Kilowatt. Und der grosse Vorteil ist natürlich mit unseren Ladestationen bis 22kW, dass man das Netz nicht überbelastet. Man bleibt noch in einem vernünftigen Rahmen, wenn man mit Schnelllader immer wahnsinnige Spitzen generiert. Wenn man besonders kurz schnell laden will, dann habe ich 400-600kW, die ich dort ziehe. Wenn man das durch 22 teilt, kann ich schon 30 Autos mit normaler Geschwindigkeit laden, was das Netz viel weniger belastet.
Wilma: Andi hat es auch schon angesprochen, eine mobile Ladestation ist weiter euer Premium-Produkt, für was immer weiterentwickelt wird. Aber mittlerweile gibt es Wallboxen, sowas wie Soppe-basierte Lade- und Lastmanagementsysteme, aber auch Schnellladestationen. Dann läuft das Geschäft gut.
Christoph Erni: Wir sind sehr zufrieden, obwohl wir den Einbruch schon gemerkt haben. Deutschland war unser wichtigster Markt. Das hat man schon gespürt. Der Rückgang, der mit Covid und der ganzen Beschaffungskrise angefangen hat, hat sehr viel nach sich gezogen. Deutschland ist in Europa der Wirtschaftstreiber. Den Einbruch haben wir schon schwer gespürt. Wir entwickeln jetzt andere Märkte. Und was auf einem Weg erstaunlich und vielleicht auch fast erschreckend ist für uns hier in der alten Welt, dass wir jetzt merken, was man einfach nicht auf dem Radar hatte. Das, was ich nie glaubte, dass wir dort in grossen Mengen eine Station hinliefern. Also angefangen bei Indien, das kann man noch verstehen, aber dann nachher. Auch Länder wie z.B. Philippinen oder in Afrika. Ich glaube, man hat mitbekommen, dass Etiopien z.B. schon vor zwei Jahren ein Verbrennerimportverbot erlassen hat. Mehrere Länder folgen dem jetzt. Sie sagen, Sonne haben wir genug, Ergo haben wir genug Strom. Also wollen wir nicht mehr diese dreckigen Autos. Wir sind nicht mehr in Müllhalden von Europa. Ich kaufe euch die alten Verbrenner nicht mehr ab. Wir kaufen jetzt Elektroautos und die haben dann auch 20 Jahre. Dort haben wir eine neue Kundschaft gewonnen, von der man nie gedacht hätte. Manchmal fragt man sich schon, ob wir nicht plötzlich von anderen Ländern überholt werden, wenn wir das am Alten festhalten. Deutschland gehört immer wieder auf die Aufweichung des Verbrennerverbots diskutiert, obwohl das Verbot sicher keine gute Lösung war. Aber schon nur daran zu denken, ob wir an der alten Technologie festhalten, Wie pervers ist das? Es ist wie Wilhelm I., der sagte, wir halten am Ross fest, das Auto wird nichts. Oder wir halten an der Ampflocke fest, weil es so schön ist. Wenn man nicht mit der Zeit geht, kennt jeder den Spruch, geht man mit der Zeit. Hoffentlich trifft das für Europa zu.
Andi: Ja, auf das, was du jetzt gerade gesagt hast, gehe ich gleich noch ein. Aber weil du es jetzt angesprochen hast, ich war jetzt wirklich, bis letzte Woche war ich in Vietnam, zwei Wochen im Urlaub. Und VinFast sagt dir bestimmt auch, das ist der vietnamesische Hersteller. Und die bauen ja mittlerweile, die bauen nur noch Elektroautos. Jedes Taxi in Vietnam fährt elektrisch. Die wollen jetzt auch die Tövs, also die so motorisierten Zweiräder wollen sie jetzt auch, also Hanoi und Ho Chi Minh. Also ich denke auch da, Sie haben einen höheren Anteil als Deutschland bei den Elektrozulassungen, auch wenn die Zahlen deutlich tiefer sind. Aber vom Anteil her, das sind so Länder, da hätte ich nie gedacht, dass da auch Strom schon so auf dem Vormarsch ist beim Antrieb.
Christoph Erni: Absolut. Die haben sogar den Vorteil, dass sie fast eine Generation überspringen können, weil sie jetzt einen neuen Wohlstand bekommen und direkt auf die nächste Technologie gehen. Das ist immer gefährlich, Alte Länder am Alten festhalten und sich dort festkrallen, weil sie natürlich auch eine wahnsinnige Expertise aufgebaut haben. Ich denke, gerade deutsche Autohersteller haben ein riesiges Problem. Das sind Leute in meinem Alter und die arbeiten sich hoch zum Chef der Auspuffabteilung. Also wie in der Teufel tun, dass wir keinen Auspuff mehr brauchen und sagen, diese fünf, sechs Jahre halte ich jetzt noch durch. Kann ich und bin ich mal unterdrückt. Und der nächste macht dann auch wieder so und... Genau, das ist extrem schwierig, oder? Und da schafft man die Ablösung fast nicht. Ich glaube, viele bestehende Automarke, da wird es gegenüber Winfast, wo einfach neue Marken kommen und sich wie neu positionieren kann. Viele bestehende Automarke haben natürlich auch die Schwierigkeit, ja, kann ich dann den elektrischen so gut machen, dass ich eigentlich keinen Verbrenner mehr verkaufe, weil er sowieso doppelte Beschleunigung hat und fast keinen Verbrauch und dann noch keinen Unterhalt und all die Vorteile, dann mache ich alle Verbrennerkunden verrückt. Ich mache mein ganzes Händlernetz verrückt. Das ist ein riesiger Umbruch, den man vielleicht am besten machen würde, indem man eine neue Marke gründet. Ja. Ich frage mich z.B. beim Stellantis-Konzern, warum tun die sich so schwer, wenn ich dort jetzt einzelne Marken anschaue, wo man denkt, das ist, glaube ich, schwierig, dass dort eine gute Identität herkommt. Solche, die vor allem natürlich vom Verbrennungsmotor oder vom Ton gelebt haben. Einfach um Mio z.B. Zum Beispiel, ja. Darf ich sagen, als langjähriger Alfista habe ich schon Mühe, wenn ich den Pastik-Kühlergrill sehe und denke, dass Alfa für mehr Leistung stand, als jetzt mit dem Junior. Obwohl es ein sehr schön gemachtes Auto ist, fehlt noch der letzte Zwick, der einen motivieren würde, Begeisterung zeigen zu können. Und warum hat der Antis nicht z.B. Lancia als Marke genommen, die ja sonst faktisch tot ist, die aber immer für Innovationen gestanden ist? Diese hätte man doch elektrisch machen können und die anderen auf der verbrennenden Ebene weiterschweben lassen. und dann später einen Wechsel vollziehen. Das wäre viel eleganter und glaubhafter
Andi: gewesen. Ja, das ist interessant. Wir haben auch schon öfter über die Produkte von Stellantis gesprochen, wo ich persönlich auch nicht alle Entscheidungen so nachvollziehen konnte, weil sie einfach auch zu viele Marken haben, die alle parallel nebeneinander sind und sich zu wenig voneinander abgrenzen. Das würde ich auch so sehen.
Christoph Erni: Es braucht sicher auch neuen Mut, sich abzugrenzen. Jetzt passiert es nicht mehr über den Ton oder über den Auspuffton. Früher war es einfach ein Alfa, ein Alfa und ein Abarth, ein Abarth. Das hat man von weitem gehört. Und Porsche auch. Und jetzt muss man irgendwie andere Abgrenzungen finden, glaube ich auch. Lustigerweise arbeiten das wiederum eben Marken, die weniger Geschichte mit sich herumschleppen wie Hyundai. Extrem gut. Mit einer Designsprache, die eine gewisse Spritzigkeit hat, wo man denkt, das ist mal etwas Neues. Das ist noch nicht ausgelutscht, immer das Gleiche. Dort müssen wir wahrscheinlich anfangen.
Wilma: Ja, Dieth. Die deutschen, grossen, alten Traditionsmarken erfinden sich quasi immer mit einer neuen Plattform, ganz neu, und versuchen es wahrscheinlich auf diese Art und Weise.
Christoph Erni: Ja, ich denke immer, wenn wir so in die Sinne kommen, wo man merkt, jetzt ist die Entwicklung am Ende angekommen. Wenn das Einzige noch ein Lauflichtblinker ist, der schlechter abzulesen ist als ein normaler Blinker, oder ein beleuchtetes Logo am Heck, dann denkst du, jetzt ist es langsam schwierig.
Andi: Wir haben uns ja schon mal getroffen, Christoph, vor vier Jahren zum Interview. Und damals, im Sonntagsblick war das, das Interview stellen wir natürlich auch in die Shownotes. Damals hast du prognostiziert, 2029 wird der letzte Verbrenner in Europa gebaut. Oder das hat doch eurer Zukunftsforscher, der Herr Thomsen, hast du ja gehört. Genau. Und aktuell, du hattest es eben schon angesprochen, im Moment wird wieder über das Aus vom Verbrenner aus diskutiert. Auch die EU krebs zurück. Werden sich denn Stromer jetzt deiner Meinung nach immer noch durchsetzen oder ist da jetzt die Gefahr, dass auf einmal die Verbrenner vielleicht doch... viel länger bleiben, als du gedacht hättest?
Christoph Erni: Ich glaube, sie werden schon noch etwas länger bleiben, weil man natürlich... Ich bin überzeugt, dass Covid einen Stillstand hergeführt hat und einfach die Welt drei Jahre eingefroren hat. Und das muss jetzt erst wieder ein bisschen anlaufen. Das macht es ja im Moment auch. Die Verkäufe steigen wieder. Ich glaube schon, dass sich die neue Technologie durchsetzt. Das war immer so. Wenn eine neue Technologie kommt, die besser ist, wenn sie den gleichen Preis für das neue Gerät erreicht, Dann setze ich es durch. Und jetzt sind wir so weit, dass im Unterpreissegment gute Angebote vorhanden sind. Ich bin mir überzeugt, in den nächsten zwei, drei Jahren werden wir sehen, dass dieser Schwenk final kommt, dass es eine Parallelwelt gibt, Das kann ich mir fast nicht vorstellen. Das heisst, wenn wir nur noch halb so viele Verbrenner haben, brauchen wir nur noch halb so viele Tankstellen. Ergo wird das Netz dünner, es wird unangenehmer, um zu tanken. Das Benzin wird teurer, weil ich die Fixkosten der Raffinerie auf weniger Liter umlegen muss. Es war immer so, dass sich ein Technologiewechsel, der eingeleitet wurde, tatsächlich final durchsetzt. Wir haben, wie gesagt, Dampflokomotive, oder das Beispiel, das mir immer in den Sinn kommt, wenn man über Hybrid diskutiert, bei der Digitalkamera. Klar, es gibt noch so einen Nischenmarkt, das ist wahrscheinlich wie eine Vinyl-Schallplatte. Es gibt noch wahrscheinlich 3% im Markt, die es einfach cool finden. Und das wird es sicher auch für Brömner noch geben, Oldtimer-Rallys, die du fährst. Das sind tolle Sachen und das muss man auch erhalten. Und ich gehe am Thunersee, wo wir vorhin darüber gesprochen haben, auch gerne auf die Blümelisalp, auf das Dampfschiff. Das ist wunderschön, aber fürs tägliche Leben ist es irgendwann einfach vorbei.
Wilma: Das wäre meine Frage gewesen. Nischenmarkt, die Oldtimer. Wenn es plötzlich doch heisst, Verbrenner aus. Das kann man den Leuten nicht wegnehmen.
Christoph Erni: Das wäre eine Bestandssicherung. Verbrenner aus heisst, keine Neuwege mehr in Betrieb zu setzen. Aber was da ist, wird sowieso erhalten. Gerade Oldtimer, die Oldtimer-Status haben, das ist schon ein Kulturprodukt.
Wilma: Auf jeden Fall.
Christoph Erni: Gerade in der Schweiz, wenn wir schon jeden Schopf erhalten, dann müssen wir auch die Autos erhalten. Wie schön.
Wilma: Wenn wir beim Fahrspass sind, gab es eine Aussage im Gespräch mit Andi, die du getätigt hast. Du hast gesagt, E-Autofahren mache das Leben jedes Autofahrers besser. Hältst du daran weiter fest?
Christoph Erni: Ja, natürlich. Es ist ja in der Zwischenzeit noch viel extremer geworden mit dem Autopilot. Ich weiss gar nicht, ob der... Ja, der war schon vorhanden. Fast jede Marke hat jetzt so eine Form von Autopilot. Also, wenn ich schaue, selbst wenn ich in Deutschland fahre, ist es so viel entspannter, wenn ich bis 140, 150 kmh automatisch fahre. Es gibt viel weniger Drängereien. Also, ich drängele nicht mehr. Ich komme mir viel entspannter an. Und mir kommt sie eben doch an, weil es spielt gar keine Rolle, ob ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 oder 140 habe. Wahrscheinlich ist sie sogar noch tiefer. Und zwischendurch lasse ich natürlich auch wieder stechen. Wenn ich so einen grossen SUV im Heck habe, denke ich, ich muss zeigen, wer schneller ist. Dann mache ich eine halbe Stunde mit, auf 250 kmh hochjubeln und dann wieder runter, bremsen, auf 80 kmh wieder hochjubeln. Und dann am Schluss habe ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 135 kmh. Und denke, was hat das jetzt gebracht, ausser viel Verbrauch. Und darum glaube ich, dass das Mitschwimmen, das elegante Mitschwimmen und auch nie das Gefühl haben, ich muss auf die Bremse, sondern ich kann ja nur das Gas ein bisschen lüpfen und rekuperieren. ist mindestens für mich mental extrem wichtig, um im Verkehr sehr entspannt voranzukommen.
Wilma: Du hast gerade etwas ganz Entscheidendes gesagt. Man kommt ja dann, man kommt ja trotzdem an. Andi kennt meine Reichweitenangst. Deshalb bin ich aber ein wenig skeptisch, ob die E-Mobilität wirklich das Leben jedes Autofahrers besser macht.
Christoph Erni: Ja, weil natürlich in Deutschland jeder täglich München-Hamburg zweimal hin- und herfährt. Das ist ja klar. Gefühlt mindestens. Gefühlt mindestens, genau. Etwas, was ich tatsächlich gelernt habe, ist, man muss nicht bei jeder Fahrt einen neuen Rekord hinlegen. Ich rechne wirklich für längere Distanzen, so 500 km, eine halbe Stunde mehr ein als früher. Und dort gehe ich laden. In dieser Zeit esse ich etwas. Ich muss natürlich sowieso aufs WC und dann Kaffee trinken und die E-Mails prüfen. Und so habe ich gar keine Zeit verloren. Ich habe es nur verschoben. Die E-Mails muss ich dann sowieso sonst machen, wenn ich im Hotel ankomme. Also mache ich das unterwegs. Ich komme aber extrem entspannt an, weil ich eine Pause gemacht habe, die ich früher nie gemacht habe. Früher sass ich, wenn ich ankam, noch eine halbe Stunde zitterig da, vor lauter Reben. Immer so Geschwindigkeits-Exzess zu produzieren. Und wenn man das macht, glaube ich, ist auch die Reichweitenangst wieder weg. Ich plane ja einfach einen Stopp ein. An allen Hauptverkehrsachsen über ganz Europa hat es überall, alle 100 km mindestens, wahrscheinlich sogar häufiger, irgendeinen Schnelllader, den ich anhängen kann und schnell wieder voll bin. Das ist ein Thema, über das wir noch nicht sprechen können. Wie schnell muss man
Andi: voll sein? Genau. Darum sollte es gerade gehen. Du hast es gerade schon angesprochen. Früher warst du immer auf dem letzten Drücker. Du hast dich sogar an Tankstellen vorgedrängelt, damit du schneller warst. Und mittlerweile fährst du wirklich eine halbe Stunde früher los. Und du hast dann auch gesagt, letztens in einem Kommentar, dass es eigentlich gar nicht so entscheidend ist, ob ich jetzt mit 150 kW am Schnelllader laden kann oder mit 400 kW. Ob du dann eine halbe Stunde stehst oder fünf Minuten, ist eigentlich nicht so entscheidend. Wir hatten jetzt noch im Vorfeld unseres Podcasts eine kleine Umfrage gemacht unter unseren Lesern, also unter den Blicklesern, LeserInnen. Zwei Drittel sagen, sie wollen das gerne in fünf Minuten vollladen können. Nur 5 % haben gesagt, sie würden mehr als 30 Minuten in Kauf nehmen. Die Nutzer oder die potenziellen Nutzer, weil die wenigsten fahren wahrscheinlich schon elektrisch, sehen das noch ein bisschen
Christoph Erni: anders. Zum Wilhelm der erste zurückgekommen, der hat gesagt... Nein, Ford hat das gesagt. Wenn wir die Leute gefragt hätten, was sie wollen, hätten sie gesagt, wir wollen schnellere Ross und nicht ein Auto. Und ich glaube, das ist genau das, was ein führender Autosjournalist, Andreas Engel, hat letztendlich gesagt, 150 kW beim Auto, den er getestet hat, das ist nicht mehr zeitgemäss. Und dann habe ich gerade die Bibeli bekommen, natürlich. Das war der Cadillac Optic? Ja, genau, ganz genau. Ein tolles Auto. Wie so viele Tolle auf dem Markt. Ich glaube doch, es ist zeitgemäss, weil es nicht mehr braucht. Deine Rechnung ist natürlich so. Wenn ich als Benzin- oder Verbrennerfahrer komme, denke ich, ich will nicht länger als fünf Minuten meinen Zapfhahn halten. Ich denke noch in alte Schemen. Das Schwierige ist, den Leuten ein neues Verhalten beizubringen, weil sich das Alte so tief festgesetzt hat. Jetzt ist es natürlich ganz anders. Beim elektrischen Fahren muss ich den Zapfhahn gar nicht halten. Ich muss ja nicht fünf Minuten im waagerechten Eisregen stehen, jetzt im Winter hier, und mich vollschiffen lassen, damit ich nachher reinzahlen kann. Sondern ich stecke in fünf Sekunden ein und dann gehe ich rein und mache etwas Gescheites mit meiner Zeit. Es gibt ein ganz anderes Verhalten. Und wenn man sich das jetzt vorstellt, ist es eigentlich auch nie so, wie beim Verbrennerfahren, dass man das Gefühl hat, ich muss alles auf den letzten Drücker leer brauchen und dann erst auffüllen. Das kommt ja nur davon, dass die Tankstellen einfach an einem unwirtlichen Ort sind und dass man dort keine Zeit verbringen will. Wenn ich z.B. hier ein Glas Wasser bekomme, ist es ja nicht so, dass ich sage, ich nehme kein Wasser, aber am Samstag saufe ich 20 Liter wie ein Kamel aufs Mahl. Aber in der ganzen Woche nichts. Im Benzinauto ist das so. Und jetzt versucht man, das komische Verhalten, das es sonst nie gibt im Leben, wieder aufs Elektroauto zu übertragen. Man will möglichst gar nie laden, aber einmal ganz schnell ganz viel. Und dabei ist es natürlich so, als wollt ihr einen Schluck Wasser nehmen, Ich stecke mal im Büro, ich stecke mal zu Hause ein. Ich bin fast immer voll mit dem Auto. Und wenn ich jetzt tatsächlich Zürich-Hamburg fahre, dann mache ich einen Ladehalt. Und jetzt, was passiert um den Ladehalt? Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich fahre diese Strecke mit dem Verbrenner, dann habe ich fünf Minuten den Zapfhahn. Wahrscheinlich acht Minuten, je nach Tank. Dann muss ich ihn bezahlen, das sind schon zehn Minuten durch. Dann muss ich trotzdem irgendwann auf die Toilette, das sind 15 Minuten durch. Dann esse ich etwas, das sind 25 Minuten durch. Und dann gehe ich wieder raus. Nach 25 Minuten, vielleicht 30. Wenn ich elektrisch fahre mit 150 kW Ladesteck einstecke, mache ich genau dasselbe. Habe noch Zeit für meine E-Mails, weil die 5 oder 8 Minuten, die ich daheim hatte, habe ich noch mehr. Ich bin nach 25 Minuten wieder raus und habe wieder 300 km. Also fahre ich die nächste Etappe. Und wenn man ehrlich ist, wenn man schaut, wie viele Unfälle der Bemühung passieren, es sind ungefähr ein Viertel von allen Unfällen, von den tödlichen Unfällen in Europa, sind Leute, die einschlafen. und das sind jährlich etwa 5'000, die so sterben, dann können wir uns schon fragen, wäre es nicht an der Zeit, wenn wir alles ein bisschen besser machen müssten, dass wir sagen, machen wir mal eine Pause? Schade, jetzt wirklich auch nicht.
Andi: Ja, eine Pause schon, aber Christoph, ich möchte dir ein Beispiel geben, warum ich das beim Cadillac jetzt zum Beispiel kritisiert habe, die nur 150, weil der hat auch Eine etwa 90 Kilowattstunden Batterie. Und nur als Beispiel, wenn ich jetzt zu meinen Eltern fahre, die wohnen in der Nähe von Hannover, 700 Kilometer von hier. Mit dem Auto, der hat auch nicht so wahnsinnig viel Reichweite, der hat etwa 400 Kilometer. Und eben auf der Autobahn, weisst du selber, da sind es dann vielleicht noch in der Praxis maximal 300. Das heisst, ich muss sicher zweimal laden. Und das Auto braucht wirklich von 10 auf 80 Prozent, so wie man auf der Langstrecke lädt am DC-Schnelllader, braucht er 37 Minuten laut Prospekt. Das heisst, ich stehe dann sicher zweimal 37 Minuten. Mit der ersten Pause bin ich einverstanden. Da stecke ich ein, hole mir meinen Kaffee, gehe vielleicht noch eine Nugget-Pause machen zum Beispiel oder eine Apfel-Pause. Dann fahre ich weiter, aber bei der zweiten ... Ich fahre zu meinen Eltern, habe keine E-Mails zum Checken. Ich könnte höchstens YouTube-Videos schauen, vielleicht in unseren Elektro-Podcasts, ob die neue Folge schon aufgeschaltet ist. Ringen
Christoph Erni: fände es gut, wenn du schon für den nächsten Podcast planen würdest.
Andi: Ja, aber das ist meine Freizeit, da will ich noch nicht meine E-Mails checken. Ich gehe vielleicht fünf Minuten pinkeln und gehe dann noch fünf Minuten Kaffee holen. Aber ich hatte das auch schon mit dem ID.4 GTX.
Andi: Da bin ich auch mal Weihnachten zu meinen Eltern und ich musste dann wirklich zwei lange Ladestops machen, 40 Minuten. Und ganz ehrlich, das nervt. Ich will nicht zweimal 40 Minuten. Ich sage nicht, dass ein Auto... Du
Christoph Erni: musst ja nicht voll ankommen. Du musst ja nicht zweimal 40 Minuten... Das ist das Nächste. Du musst ja gar nicht voll ankommen. Bei deinen Eltern hast du ja so einen Juice Booster von uns dabei. Ja. Da steckst du dort an der Steckdose ein und dann lädt der ganz gemütlich über das Wochenende wieder voll. Ja, ja. Aber
Andi: ohne Witz, ich muss zweimal an den Schnelllader und muss dann am Ende... Nein, du fährst schnell. Das ist ja das Nächste. Ja,
Christoph Erni: 130, weil ich möchte schon fahren. Das habe ich früher auch immer gesagt. Aber jetzt musst du mal überlegen, was mir letztendlich passiert ist. Ich bin zu meinen Eltern gefahren in Bern. Von Zürich nach Bern. Ich war zu früh, eine halbe Stunde zu früh. Dann dachte ich, ich hänge mich mal hinter einen Lastwagen und fahre ganz langsam nach Bern. So kann ich die halbe Stunde noch verbrauchen. Ja, kannst du dir vorstellen? Acht Minuten später bin ich angekommen. Acht Minuten habe ich verbraucht. Obwohl ich... Gut, aber das sind dann noch 100 Kilometer und nicht 700. 120, bitte. Das ist in der Schweiz schon die Welt. Das
Andi: ist ja... Impliz
Christoph Erni: oder
Andi: Wova. Ja, ja, genau.
Christoph Erni: Genau. Also, acht Minuten länger hatte ich, aber nur halben Verbrauch. Jetzt musst du dir das mal vorstellen, wie wahnsinnig. Und ich bin auch auf Autopilot gefahren, also das macht jedes Auto heute selber. Völlig entspannt angekommen. Ich muss mir überlegen, ob ich nicht immer so fahre. Du gewinnst ja gar nichts. Ich weiss nicht, kennt ihr Rory Sutherland, den Marketing-Experten? Müsst ihr mal googlen. Cooler Typ von England. Und er sagte, eigentlich seien die Geschwindigkeitszähler im Auto falsch. Wir messen Kilometer pro Stunde. Du müsstest aber Minuten pro Kilometer oder pro 10 Kilometer messen. Dann würde man nämlich sehen, dass wenn du 60 statt 30 fährst, bist du doppelt so schnell. Wenn du aber deinen Schnitt mit wahnsinnig viel Energie von 120 auf 130 hochbringst, bist du keine 10% schneller. Also du gewinnst fast nichts, hast aber extrem viel mehr Verbrauch. Und beim Elektroauto wird es natürlich typisch sichtbar. Also wenn du jetzt sagen würdest, ich fahre nur 110 oder 120 kmh, dann kommst du mit einem Ladestoppblocker durch. Dann wäre
Andi: es ein
Christoph Erni: bisschen spannend. Das musst du mal ausprobieren. Und es ist eine grosse Hürde, das muss man sagen, als Verbrennerfahrer, wo man doch immer das Gefühl hatte, Bis auf den letzten Zipfel des Zeigers muss ich alles ausrätseln. Es ist ein grosser Gumpel, den man ausnehmen muss, aber wenn man das mal gemacht hat, kommt man so viel entspannter an und eben
Andi: fast nicht später. Also ich sage auch nicht, dass man jetzt in fünf Minuten das Auto schnell laden muss. Darauf kommt Wilma dann gleich noch zu sprechen. Aber ich sage mal für mich, das letzte Mal, ich war mit einem Porsche Taycan, bin ich gefahren. Der kann ja auch schon mit über 300 kW laden. Ja, am Anfang. Am Anfang, ja, aber es geht 18 Minuten und das ist in der Praxis wirklich machbar. Und deswegen fährst du ja auch wirklich bis 10% runter, dass du möglichst schnell am Anfang laden kannst. Ja,
Christoph Erni: aber du musst auch nicht bis 80, oder? Du ladest vielleicht bis 65% und dann fährst du weiter.
Andi: Ja, aber da bin ich wirklich 10 viertel Stunde und dann fahre ich weiter. Und das fand ich super. Und wenn ich dann halt eine halbe Stunde stehe, weil ich noch was esse, dann ist er halt dann 90% voll. Aber dieses Warten müssen ist halt was anderes als... Ich hänge ihn jetzt mal 10 Minuten an und dann fahre ich weiter. Das finde ich super, oder? Deswegen ein bisschen mehr als 150... Du müsstest ein Sailing-Gummi mitnehmen,
Christoph Erni: habe ich z.B. im Auto. Dann mache ich dort ein bisschen Sport. Oder ich habe einen kleinen Humidor, da kann ich eine Zigarre rauchen. In der Abendsonne sehr, sehr gedickt. Es gibt ganz neue Elemente von Genuss, die man sich hier antun kann.
Wilma: Ich habe aber noch ein anderes Argument. Daher kommt die Nugget-Pause, weil er da so lachte. Weil ich mal in einer Folge gesagt habe, ich habe ein Kind, und wenn das sowieso schon brüllt da hinten drin, und ich komme an die Ladestation, und dann stehen da noch fünf vor mir. Das
Christoph Erni: hat noch nie passiert. Nein, nein, das stimmt nicht.
Wilma: Nein, aber das war mal so und dann kam der Vorschlag vom Kollegen, ich soll eine Nuggetpause machen.
Christoph Erni: Das hilft wahrscheinlich
Andi: auch, ja.
Wilma: Obwohl er dann noch aufgedrehter wahrscheinlich ist.
Andi: Also für Kinder ist es eigentlich gut, umso öfter man Pause macht, oder?
Wilma: Ja, für mich war gerade die Vorstellung, mein Kind schreit hinten und ich klemme mich hinter den LKW und sage, ich habe ja noch ein bisschen Zeit, fahre ich doch einfach ein bisschen langsamer. Auch
Christoph Erni: wegen dem langsamer Fahren? Du meinst jetzt nicht wegen der Pause?
Wilma: Nein, auch die Pause, aber auch diese langsame
Christoph Erni: Fahrt. Übrigens haben viele Autos hinten mit, wie schon ein Bildschirm, oder?
Wilma: Ja, so funktioniert es bei uns. Zu meinen Eltern sind es 900 Kilometer und die fahre ich aktuell noch mit einer Taxi. Und gerade im Nordkap, oder wie? Nein, aus Westfalen. Wenn ich wirklich vollgeladen habe, komme ich mit einer Tankfüllung durch.
00:31:03: Porsche präsentiert «Elektrogeflüster». Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.
Wilma: Wir sprachen eben über die Bequemlichkeit. Und wir haben im Vorfeld auch schon mal kurz darüber gesprochen. Damit Menschen sich für ein E-Auto entscheiden, ist es dem meisten genau wichtig, zu Hause zu laden. Weil es diese alte Denke ist, dieses «Ich komme an die Tanke, brauche fünf Minuten, ich fahre bis kurz vor Club, bis an mir anzeige ich noch 50 Kilometer.» Und das ist ja so ein ähnliches Denken. Ich muss zu Hause laden können.
Christoph Erni: Also ich glaube, man sollte dort laden können, wo das Auto meistens steht. Im Moment ist es sicher zu Hause wichtig. Dort sieht man, dass sehr viele Hausbesitzer und Verwaltungen extrem rückständig sind. Wir haben an unserem Shop, den wir eingerichtet haben, in Bachen-Bilach, so einen outlet-store, haben wir immer wieder Leute, die kommen, die natürlich auch in der Umgebung wohnen und sagen, ja, unsere Hausverwaltung will nichts machen. Gleichzeitig kennen wir aber auch die Verwaltungen und sie sagen, wir hätten gar keine Nachfrage. Also so hohe Nein-Problematik. Und ich glaube, dort müsste man wirklich als Schweizer, als Land, das jetzt doch einen gewissen Wohlstand hat, den Schritt machen und irgendwann mit der Zivilisation mithalten, dass wir eben nicht von Äthiopien oder den Philippinen überholt werden. indem man sagt, die nächste Generation Infrastruktur gehöre ins Haus. Wir hatten es schon vor vier, fünf Jahren. Irgendwann sagten wir, wir machen fliessend Wasser in die Häuser und ziehen die Wasserleitungen rein. Jetzt gehört einfach eine Ladeinfrastruktur rein. Was aber gerade so wichtig ist, glaube ich, wäre auch, dass Arbeitgeber ihre Parkplätze ausrüsten. Also dort, wo das Auto tagsüber steht, das wäre ja fast noch wichtiger, weil dann haben wir zu viel Solarenergie und die sollte man in die Autos abspeichern können. Vielleicht sogar zu einem besseren Tarif, das können die Energieversorger entscheiden. Aber das sollte man, glaube ich, schon machen, damit dort, wo die Autos unterstehen, dass sie möglichst oft angehängt sind. Der nächste Schritt ist dann sogar das bidirektionale Laden. Wir haben jetzt in der finalen Entwicklung einen AC-Lader bidirektional. Jetzt müssen wir die verschiedenen Autohersteller anschauen. Dann hat man natürlich den Vorteil, dass man zum sehr günstigen Preis sowohl einladen als auch ausladen kann. Handwerker können es als Steckdosen benutzen, um ihre Geräte anzuschliessen. Das eine Auto kann das andere Auto laden. Das Bidirektional zu einem günstigen Preis wäre dann noch eine Stufe oben drauf. Aber Anfang tut es tatsächlich, dass man einfach zu Hause laden kann.
Christoph Erni: Und dass man es immer einsteckt. Man schaut nicht, wie voll es ist. Man macht das beim Handy auch nicht und sagt, heute lade ich noch nicht, ich habe erst einen Drittel gebraucht. Ich ziele dann auf Donnerstag. Sondern man steckt es einfach ein am Abend und am Morgen ist es voll.
Wilma: Ja, viele Detailhändler haben genau das ja begriffen. Auf ihren Parkplätzen. Es ist diese halbe Stunde, die man im Laden verbringt, oder die 20 Minuten. So ist es. Das merke ich schon, dass es viele grosse Detailhändler mittlerweile, zwei, drei Ladeplätze.
Andi: Die machen das sehr elegant und ziehen die Leute in die Läden. Wenn wir jetzt noch beim Thema Laden zu Hause, Laden unterwegs, Es fehlen überall Lademöglichkeiten, also eben über das Recht auf Laden zu Hause. Die Emotion wird jetzt ausgearbeitet. Das geht aber sicher noch ein bis zwei Jahre, bis es dann mal anfängt. Und wie man überall hört, es gibt einfach, gerade für Mieter, es gibt einfach zu wenig Lademöglichkeiten. Wenn ich in Parkhäusern gucke, Es ist auch noch dürftig. Hier und da gibt es schon gute Parkhäuser. Aber es stockt doch alles mit der Infrastruktur. Wie schätzt du das ein? Wo hapert es denn so, dass es nicht ins Laufen kommt? Es gibt
Christoph Erni: sehr viele reaktionäre Leute, die in der Branche sind, die sich langsam entwickeln. Immobilien entwickeln sich per se langsam. Energieversorgung entwickelt sich per se langsam. in Dekaden oder sogar in 100-Jahre-Abschnitten. Das Wasserkraftwerk hält 100 Jahre, bis es renoviert wird. Ergo hat das einen Einfluss auf das Denken der Leute, wie schnell man Innovationen umsetzen will. Und dort bin ich überzeugt, müssen wir nicht nur mit der Emotion etwas machen, sondern es sollten sich alle Hausbesitzer, FME-Hausbesitzer, einen Ruck geben, weil die Investition kommt sowieso früher oder später. Und es wird so weit kommen, dass man Wohnungen nicht mehr vermieten kann, weil man dort nicht laden kann in den Parkplätzen. Also kann man so gerade so gut jetzt schon investieren, zumal es ja sehr überschaubar ist als Betrag, wenn man das auf eine Immobilie umlegt, auf Gesamtkosten einer Immobilie. Wenn man das hier mit diesem Podcast weitertragen kann, sollte jeder, der ein Haus hat oder ein Haus verwaltet, sich überlegen, ob nicht der Moment da ist, um diese Investition zu tätigen. Denn sonst behindert man tatsächlich aktiv, dass Mieter ein Elektroauto suchen können. Was halt auch verrückt ist, bei öffentlichem Laden, sei es in Parkhäusern oder manchmal auf öffentlichen Plätzen, sind halt zum Teil auch Tarifen aufgerufen, die wirklich zu hoch sind. Also wenn das bis gegen einen Franken hochgeht pro Kilowattstunde und zu Hause rechnen wir mit 25 Rappen, dann wird jedem klar, dass das einfach unattraktiv ist. Auf der anderen Seite, klar, für eine Schnellladen-Infrastruktur wo man eben so Spitzen generiert im Netz, wo man auch zahlen muss als Energieabnehmer, ist klar, muss ich sehr viel dafür verlangen. Und wenn ich aber eben mit einem viel tieferen Level über eine längere Zeit laden könnte, mit einem guten Lastmanagement in einem Haus, dann hätte ich all diese Kosten nicht und würde das einsparen.
Andi: Du hattest eben gesagt, die Vermieter müssen sich einen Ruf geben und das anbieten. Hätte da nicht aber auch die Politik, die ja eben mit der Roadmap 2025 eigentlich die E-Mobilität so aufgegleist hat bis Ende diesen Jahres, Ich glaube, 50 % Steckerfahrzeuge war das Ziel.
Christoph Erni: Das war mein Ziel, ja.
Andi: Hätte da nicht auch die Politik aktiv mal ein bisschen schubsen müssen? Hat die Politik da vielleicht auch ein bisschen geschlafen, die Schweizer? Ja,
Christoph Erni: ich habe schon das Gefühl, mit Covid ist alles ein bisschen stillgestanden. Sonst wäre man wahrscheinlich schneller gekommen. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass wir in der Schweiz immer gut gefahren sind, dass man nicht viel mit Förderung macht, sondern mit Überzeugung, dass das Gute gewinnt. Denn die Förderspitze, wie wir sie in Deutschland sehen, ist immer extrem schwierig. Es gibt einen Moment lang einen wahnsinnigen Druck in den Markt und dann implodiert es wieder und Unternehmen geben das Grund. Von daher denke ich, müsste die Politik vielleicht einfach mit mit den Anstellungen, die sie jetzt machen, weiterfahren. Aber eigentlich müsste schon die Bevölkerung, die ja doch recht mündig ist in der Schweiz, so weit kommen und sagen, es ist schon der Moment gekommen, um das zu investieren. Es ist einfach jetzt zeitgemäss, dass wir das machen. Man sieht z.B. lustigerweise in Ländern, wo man das vielleicht weniger würde denken, wie Frankreich, dass man dort fast weiter ist. Wir haben ja so eine Lösung für Flotten. Gerade im Ausland sind sehr viele Fahrzeuge über Flotten eingelöst. haben grosse Kunden, z.B. einen grossen Getränkehändler, die die Fahrer in den Lieferwagen haben, die gehen abends ins Depot, füllen es auf mit den Büchsen,
Andi: nehmen das Auto nach Hause.
Christoph Erni: laden sie dort nachher und unser mobiles Gerät, das sie dort anhängen, entweder eben in der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses oder wo immer, funkt dann diese Daten in Echtzeit zurück ins Backend. Ende Monat bekommt der Fahrer seine Stromkosten erstattet und die Firma bekommt eine Rechnung von uns und wir machen die ganze Abrechnung dazwischen. Und dort ist man viel weiter, weil man dort mindestens, wenn man dann vielleicht schon keine fixe Infrastruktur hat, wenigstens all die Fahrradmöglichkeiten gibt, dass sie irgendwo anstecken können. Zumal ja die Abrechnung sichergestellt ist. Also die anderen Mitbewohner in diesem Haus werden dann nicht benachteiligt. Das wird dann eine Stadt.
Wilma: Ich habe mit dem Grossen kürzlich gesprochen bei diesem Recht auf Laden, weil du es eben auch ansprachst, dass die Vermieter ja klug wären, wenn sie es tun würden. Und er hat gesagt, was er eigentlich durchsetzt, ist ein Duldungsrecht. Es ist ja nicht so, dass die Vermieter die Station ins Haus bringen müssen, sondern der Mieter hat das Recht, dass es eine gibt.
Christoph Erni: Ja, das ist eine gute Idee. Es ist aber natürlich in einem Mehrfamilienhaus schon eine Pflasterlösung. Am Schluss muss das ganze Haus ausgestattet werden. Es sollte ein Lastmanagementsystem drin haben, das die Last so verteilt, dass es zuverlässig funktioniert. Nicht, dass man ein Sammelsurium von verschiedenen Stationen hat, wo am Schluss einer aus den Reihen tanzt und dann gleich die Haussicherung pflügt und alle dunkel haben. Ich glaube, so eine übergreifende Infrastruktur sollte man schon auf einmal richtig einbringen. Klar ist das ein guter Schritt, ein Totungsrecht, dass man sich einigstens durchsetzen kann. Aber es ist schon ein Krücken und führt zu Mehrkosten. Wenn ich als Mieter von meinem Wohnungszähler eine separate Leitung bis in die Garage ziehen muss und in drei Jahren kommt die gleiche Gesamtausstattung, kann ich es wieder abbauen, dann ist es schade für die 3'000 Franken, die ich ausgegeben habe.
Wilma: Hat der Grossen auch so genau gesagt, jeder Vermieter wäre klug, wenn er das genau so macht. Er kennt sein Haus, er kann da eine Infrastruktur rein, er kann ein Abrechnungssystem einbauen. Absolut. Und es liegt halt nicht ihm irgendwas anderes um die Ohren oder seinen Mietern.
Christoph Erni: Ich glaube der Druck steigt jetzt schon im Markt. Jetzt haben wir so viele günstige Autos, wirklich tolle, natürlich nicht zuletzt, also europäische jetzt gut, aber nicht zuletzt auch aus China halt. Also schon erstaunlich günstige, erstaunlich reife Autos, sind ja immer wieder getestet. Von dir, Andreas. Wenn man das sieht, wird der Druck einfach steigen, weil mehr Leute sagen, jetzt steige ich um. Jetzt kaufe ich mir ein Kohlen oder ein Stoch. Wenn ich die ersten zwei Jahre noch beim Obi Baumarkt oder wo immer ich laden muss, voran, mache ich es einfach. Dann wird, glaube ich, auch ein Schwung kommen.
Andi: Auf die Modelle möchte ich gleich noch kurz eingehen. Zuerst aber noch, um das Thema Laden vielleicht auch so ein bisschen abzuschliessen. Das Bezahlen unterwegs ist ja auch immer wieder so ein Thema. Und vor vier Jahren haben wir ja auch schon darüber gesprochen. Und es gibt immer noch, wenn ich unterwegs bin, du brauchst hier eine andere App, da eine Bezahlkarte. Fürchterlich. Ausser man fährt einen Tesla und ich gerne einen Supercharger. Du kannst ja mit jedem Auto fast alle Tesla Supercharger mitnehmen. Ja,
Christoph Erni: aber
Andi: gibt es halt auch nicht überall, oder?
Christoph Erni: Ja, gibt schon
Andi: viele. Aber wieso ist das immer noch so? Hast du dafür eine Erklärung? Und wann kommt denn endlich diese neue Norm, mit der das dann so einfach ist, wie bei jedem Tesla das auch kann? Dass ich einfach anhängen kann und laden?
Christoph Erni: Die Norm ist in der finalen Vernehmlassung, dass alle nach dem gleichen Verfahren erkannt werden, dass die WIN-Nummer vom Auto ausgelesen wird und die hinterlegte Kreditkarte, die ich kenne, laden darf und ich rechne im Hintergrund auf die Kreditkarte ab. Das wird jetzt, etwa im nächsten halben Jahr, finalisiert. Dann wird es umgesetzt, das dauert sicher noch zwei Jahre. Dann wird es wahrscheinlich Standard sein. Ich glaube, ja, müsste EU-weit sein. Ich glaube, das Kreditkartenzahlen, das wir von Anfang an favorisiert haben, hat sich noch nicht so durchgesetzt, weil es halt Grundkosten gibt. Pro Ladehub gibt es allerdings auch schon mehr von diesen. Wenn ich z.B. an Skigebiete denke, hier im Bündnerland, wo wir ausgestattet haben, gibt es doch mehr, wo man wirklich mit normaler Kreditkarte zahlen kann. So ist es auch recht komfortabel. Und die Ladekarte, ich muss zugeben, ich habe nicht mehr mitgeredet dort. Ich hatte einfach nie eine. Ich habe ja eine Mobilstation dabei für einen Notfall. Sonst lade ich irgendwie, wo ich gerade bin. Ich habe nie eine Ladekarte gebraucht. Das ist fürchterlich, oder? Ja. Das wäre, als ob ich die Zeitung nur mit der Zeitungskarte in Zürich-Nord kaufen könnte. Wenn ich in Zollikon bin, sagen sie, sie sei nicht akzeptiert. Sie bekommen keine Zeitung.
Andi: Aber dieses Untransparente, man weiss nie, wie man laden muss. Und dann kommt ja auch dazu, das ist vorhin schon angesprochen, der Preis. An einer Station zahle ich 30 Rappen für die Kilowattstunde, an der anderen dann in Franken. Und das ist teilweise auch so intransparent. Absolut. Ich glaube, damit sich es durchsetzt für die breite Masse, muss das sicher schnell besser werden. Auf
Christoph Erni: jeden Fall besser werden, glaube ich auch. Eigentlich ist es noch verrückt. Man kann von Tesla halten, was man will, aber eigentlich muss man das System kopieren. Dort sieht jeder in der App, wieviel es kostet. So ist die Auslastung, hier fahre ich und dort lade ich. Das ist die erste Transparenz, die man machen muss. Man muss grosse Tafeln aufhängen, wo man sieht, was alle pro Kilowattstunde zahlen, weil man es ja kennt von der Tankstelle. Aber dort ist es eine mentale Hürde, das sauber auszuweisen. Wenn ich zwischendurch mal gewunderhalber an einer Raststätte schaue, dann denke ich, ich würde da nie einstecken, weil ich schon gar nicht weiss, was es mir am Schluss kostet. Wie muss ich zahlen? Das ist mir schon verleidet.
Andi: Weil du gerade gesagt hast, man kann von Tesla halten, was man will. Du bist mit einem Tesla als erstes E-Auto gestartet. Was fährst du denn mittlerweile?
Christoph Erni: Immer noch das Gleiche.
Andi: Immer noch das
Christoph Erni: Gleiche? Ja. Also nein, mit 15 habe ich ja noch einen gekauft und leider gehen die Elektroautos nicht kaputt. Das ist ja auch immer so ein Mythos, den wir ja in unserer
Andi: letzten Folge behandelt haben.
Christoph Erni: Ja, und ich habe mich den Vormittag gerade geprüft. Er war aufgeboten im Strassenverkehrsamt und hat ein Kompliment gemacht. Er hat gesagt, er ist so tiptop im Schuss. Ich sage, das freut mich, ich habe nichts daran gemacht.
Andi: Was ist denn der State of Charge, bzw. wie ist die
Christoph Erni: Kapazität? Die ist noch gleich wie am ersten Tag. Also der hat natürlich nicht so viel Reichweite, der hat 350 Kilometer oder so, aber er hat immer noch 350 Kilometer. Hat aber auch erst 250'000 Kilometer, also fast nichts.
Andi: Ja, okay. In einem
Christoph Erni: Elektroauto.
Andi: Ja gut, aber eben, es haben ja viele Angst, die Batterien gehen nach drei Jahren kaputt und dann muss man sie wegschmeissen, irgendwo im Dschungel vergraben oder sowas. Ja, genau. Das hatten wir ja auch das letzte Mal. Bei uns im Hightech haben wir schon angeschaut, dass
Christoph Erni: das eigentlich toll ist. Ja. Nein, es hält wirklich erstaunlich lange. Also ich befürchte, es ist das letzte Auto, das ich gekauft habe, wahrscheinlich in meinem Leben. Könnte sein.
Andi: Na ja, also wenn ich richtig informiert bin, du müsstest jetzt 65 sein, oder? 62. Ich sehe nur aus wie 56. Entschuldigung.
Christoph Erni: Hatte ich das dann mal... Entschuldigung. Das macht gar nichts. Das kommt
Andi: mit so drauf
Christoph Erni: an. Ja, alles über 50 ist schon nach wie tot.
Andi: Nein, ich hatte im letzten Interview geguckt, aber dann hatte ich da zwischendurch vielleicht das Alter mal angepasst, weil wir es noch mal republished haben. Dann tut es mir leid. Okay. Es war ein Date. Ja gut, aber... Das letzte Auto, also ich meine, du hast ja dann sicher noch 30, 40 Jahre, sag ich mal, da kommt ja vielleicht nur das eine oder andere Auto sicher nicht. Mal
Christoph Erni: schauen, genau, es hat ja ein paar schöne wieder auf dem
Andi: Markt.
Wilma: Vor allen Dingen, weil ja so viele schöne neue Modelle kommen.
Christoph Erni: Ja, es hat natürlich.
Wilma: Und die alle wieder schneller laden können, weil Anja hat das eben auch schon wieder angesprochen. Wir waren gerade auf der Auto Zürich und Denzer hat sein neues Modell vorgestellt, was jetzt in 5 Minuten 400 Kilometer Reichweite tankt. Was hältst du von sowas?
Christoph Erni: Da ist dir natürlich wieder warm geworden ums Herz.
Wilma: Ja, da ging mein Herz auf. Ich war auch der
Christoph Erni: Ort, wo ich Zürich war. Ich fuhr viele Proben. Das ist schon die Qual der Wahl. Es ist wahnsinnig, was neu da ist. Auch wenn ich die Ausstattungen anschaue, die Verarbeitung und auch aber witzige Details. Und all die Marken, die es schaffen, mit solchen Detailpunkten, das finde ich schon grossartig. Der eine mit Soft-Close-Türen, wo wir endlich wegkommen von den Schlätz-Türen, die es seit der Kutschenzeit gibt. Und jetzt kommen doch erste, die begreifen, man kann das auch etwas eleganter lösen. Aber auch ganz andere Details, Innenausstattung, die so ist, wie man sie erst mal in einem Bändchen hatte. Also wirklich ganz toll. Wer jetzt eins kauft, der hat tatsächlich Qual der Wahl. Wir
Wilma: können wahrscheinlich noch stundenlang weiterquatschen. Ja, es ist wirklich super
Christoph Erni: interessant. Etwas, das man bei Elektroauto noch ansprechen müsste, was die Neuen immer noch sehr seltsam machen, ist, wo man die Ladebuchse macht. Das geht mir auf den Nerv seit Anfang. Man muss sich vorstellen, der James-Bond-Film, in dem er an die Tankstelle gefahren ist, hier im Dingshobendag, im Klausenpass. So ist man früher an die Tankstelle gefahren, seitlich hin, dann kam der Tankwart von rechts, hat betankt und dann hat man durch das Beifahrerfenster durchgezahlt und der Fahrer ist sitzen geblieben. Und jetzt gibt es tatsächlich immer noch Autohersteller, die machen auch die Elektro-Ladebuchsen auf der rechten Seite. als würde ein Tankwart einstecken. Wenn ich eine enge Garage habe, habe ich das Problem, dass ich knapp aussteigen muss. Dann muss ich ums Auto herumlaufen und muss auf der anderen Seite, wo es noch enger ist, einstecken. Dann habe ich wahrscheinlich schon zweimal meine Hosen am Auto oder umgekehrt an der Wand abgeputzt. Ich frage mich schon, warum man das macht. Oder ich frage mich, warum man es bei der A-Säule macht. Weil da brauche ich ja viel ein längeres Ladekabel. Eigentlich müsste es an einer Ecke des Autos sein. An der Nase, das ist jetzt vielleicht nicht so sexy, aber das ist halt, sagen wir mal, etwas Neues. Oder an der Ecke des Heckes zum Beispiel. So, dass ich einfach möglichst ein kurzes Kabel brauche. Dadurch natürlich auch viel weniger Kupfer brauche. Oder wenn man sich schon vorstellt, man möchte eigentlich bei jeder Wohnung eine Ladestation haben, würde das heissen, allein für die Schweiz, etwa drei Millionen Ladestationen irgendwann. einen Arbeitsplatz haben, dann sind es auch schon 5 Mio. Ladestationen. Und ob ich jetzt 5 Mio. mal 2 m mehr Kupferkabel brauche oder nicht, ist halt tatsächlich eine Ressourcenfrage oder Verschwendung. Und ich frage mich schon, warum macht man es an einem möglichst ungeschickten Ort, der eben entweder längere Ladekabel braucht oder jedes Mal zuerst eine kleine Rundreise um das Auto muss unternommen werden, dass ich es einstecke. Das ist etwas, was man sich bis jetzt noch nicht erschlossen hat.
Andi: Du bist ja wahrscheinlich im Austausch mit der Industrie, nehme ich an. Konntest du da die Frage noch nirgendwo platzieren, warum das genau so ist? Modera kann ich platzieren, aber irgendwie stört
Christoph Erni: das so... Ich weiss nicht. Ich finde den Zugang
Andi: nicht. Vielleicht war das ein Appell in unserem Podcast. Wenn jemand aus der Industrie
Christoph Erni: zuhört,
Andi: schreibt uns, meldet euch über unsere gängigen Kanäle, lasst einen Kommentar da, vielleicht auch, wenn es ein höherer Manager ist. Vielleicht der Herr Blume hat jetzt wieder etwas mehr Zeit bei VW. Ja,
Christoph Erni: genau.
Andi: Vielleicht kann er sich ja auch mal direkt bei uns melden und dann mal erklären, warum die Ladebuchsen teilweise an so unmöglichen Orten sind. Es ist ja vor allen Dingen auch bei jedem Modell ist es anders, oder? Manche haben es links, manche rechts, manche haben es vorne, Tesla hat es ja hinten, glaube ich. Hinten rechts. Hinter links, ja. Hinten links, ja. Also es ist irgendwo auch... Gerade bei uns, mit unseren vielen Testwagen, weiss man nie genau, wo die Buchse ist, wenn man hinfährt. Ich
Christoph Erni: glaube, es geht wieder ins Gleiche, was wir schon hatten. Leute haben wahnsinnig Mühe, Sachen neu zu denken. Man imitiert immer das alte Verhalten, auch wenn die Ursache für das Verhalten gar nicht mehr da ist. Und das eben von diesen Buchsen ist es so etwas. Wir haben es ja ganz vorher mal davon gehabt, wo wir gesagt haben, es gibt Autos, die haben zwei Buchse auf zwei Seiten. Und warum kann man das nicht generell als Option ordnen? Natürlich gegen Aufpreis, kostet natürlich mehr, macht nicht jeder Hersteller freiwillig drin. Klar, man will ein günstiges Auto anbieten, aber gegen Aufpreis wäre das ein Komfortgewinn, den man eigentlich bieten müsste, wenn man das neu denkt. Ich habe das Gefühl, es gibt viele Dinge, die man neu überdenken müsste, wie z.B. die Schnelllade-Hubs, die man nicht so lange stehen lassen will. Warum sind die immer so unwirtlich? Warum kann man dort nicht eine schöne Lounge machen, wo es Spass macht, eine Pause zu machen? Warum gehe ich in ein Restaurant, wo ich 300 Fr. liegen lasse, um eineinhalb Stunden schön zu essen, aber der Ladehalt muss möglichst grausig sein? Wenn ich jetzt auf Hannover fahre und dann habe ich so einen abgestandenen Leberkäse, der hat schon eine Schicht angesetzt. Klar willst du keine lange Pause machen, weil es einfach nicht schön ist. Aber wenn man das ein bisschen eleganter ausgestalten würde, vielleicht wäre das auch neu gedacht. Und ich glaube, dort könnten auch die bisherigen Autohersteller selber so Lounges aufbauen.
Andi: Gibt es auch schon. Also Audi hat auch zum Beispiel, oder auch unser Podcast-Sponsor Porsche bietet das ja auch an. Jetzt musst du einfach flächendeckend sein, oder? Genau. Es gibt es noch nicht so wahnsinnig viel, aber so eben gerade auch Porsche sind da jetzt ja bemüht, dass sie wirklich auch in Deutschland und auch in der Schweiz, dass sie so schöne für die Kunden angemessene Plätze, wo man sich nicht irgendwo auf den Kaugummi setzen muss, Fleisch, Käse, Senne essen muss, sondern vielleicht noch einen schönen Snack mit einer bedienten Bar. Ja, ganz genau.
Christoph Erni: Mit ein paar Alkoholfreidrinks selbstverständlich.
Andi: Also für den Beifall.
Christoph Erni: Aber ich glaube, wenn man das weitertreiben würde, das wäre auch eine interessante Identität für verschiedene Autohersteller. Und dann könnte man ja sagen, wenn du Minimarken fährst, hast du freien Zutritt und sonst musst du halt etwas zahlen. Wir können es ja von den Flughafen her, von den Lounges. Wenn man so ein System machen würde, das würde, glaube ich, eine neue Lebensqualität
Andi: geben. Christoph, vielleicht zum Schluss noch deine persönliche Einschätzung. Eben das letzte Mal hast du gesagt, 2029 wird der letzte Verbrenner gebaut. Wann wird er wirklich in Europa gebaut? Wann fahren wir alle, oder zumindest der Grossteil der Menschen in unserem Land, rein elektrisch? Das ist schon ein Kaffeesatz zu lesen.
Wilma: Wir laden ihn in vier Jahren wieder ein. Das ist
Christoph Erni: gut, super. Ich habe auch gesagt, in 20 Jahren fahren wir alle elektrisch. Wir werden sicher ... immer noch Autos haben, die lange im Bestand bleiben, nicht viel bewegt werden und dann ist es sicher auch viel ökologischer, wenn man diese wirklich bis zum Ende fährt. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass wir jetzt mit fünf Jahren Verzögerung, in der wir durch Covid gelitten haben, gleich den letzten Verbrenner baut. Irgendwann wird es einfach nicht mehr wirtschaftlich sein. Die Industrie versucht mit Hybriden, das noch ein bisschen zu retten. Was ja v.a. zur Folge hat, dass sie mindestens noch die gleichen Servicekosten haben, den gleichen Serviceaufwand. Und sie haben den Vorteil von einer besseren CO2. CO2-Bilanz. Danke vielmals. Wenn man denkt, so ein Hybrid ist ein Modell, das es sonst nie gab. Als die Digitalkameras kamen, habe ich nicht gesagt, ich habe einen kleinen Speicher drin und wenn der voll ist, fotografiere ich den Film weiter. Oder wenn ich ein E-Mail schicke, kommt nicht die zweite Hälfte per Fax. Ich kommuniziere hybrid. Das gibt es sonst nie. Darum wird auch das ein Auslaufmodell sein. Und irgendwann wird man sagen, dass es elektrisch günstiger, einfacher, besser zu handhaben ist. Wenn ich ein Jahr sagen muss, sagen wir
Wilma: 35. Gut? Sehr gut. Danke, dass du da warst. Ein super spannendes Gespräch. Wir freuen uns wieder über Kommentare und Likes. Dann sage ich tschüss. Tschüss, Christoph.
Christoph Erni: Tschüss vielmals.
Andi: Und wir sehen uns nächstes Mal wieder. Christoph, herzlichen Dank, dass du da warst. An alle da draussen, lasst einen Like da, einen Kommentar. Bis zur nächsten Folge. Danke, Christoph. Tschüss.
00:55:20: Porsche präsentiert «Elektrogeflüster». Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.
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