Elektro-Sportwagen im Vergleich

Shownotes

Bereits «normale» Stromer haben es bei der Kundschaft immer noch schwer, von leistungsstarken E-Sportwagen sind die Verbrenner-Fans aber noch schwieriger zu begeistern – die Gründe.

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00:00:00: Porsche präsentiert Elektrogeflüster. Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.

Andi: Hallo und herzlich willkommen zur vierten Folge unseres Elektroauto-Podcasts Elektro-Geflüster. Mein Name ist Andi Engel von der Ringier Automobilitätsredaktion. Mir gegenüber sitzt Wilma Fasola von der Handelszeitung. Das Thema heute dürfte dich, Wilma, vielleicht ganz besonders ansprechen. Es geht nämlich heute um Sportwagen, aber natürlich im Rahmen unseres Podcasts um elektrifizierte Sportwagen und wie sich sie zunehmend wandeln mit der Elektrifizierung.

Wilma: Auch willkommen von meiner Seite. Ich bin, wie gesagt, Wilma Fasola und der Petrolhead in diesem Duett oder Duo. Und habe mich daher natürlich schon öfter mit dem Thema Sportwagen auseinandergesetzt. Um auf das Thema E-Mobility zu kommen, geht es um die Formel E, die funktioniert. Mittlerweile wird im 11. Jahr gefahren. Aber auf der Straße tun sich E-Sportwagen noch schwer.

Andi: Genau, das ist so. Sagtest du gerade 11. Saison, ist das so?

Wilma: Es ist

Andi: schon die 11. Saison, genau. Ja, ich finde es eigentlich einen ganz schönen Vergleich mit der Formel E, weil klar, die Technik funktioniert, wird auch immer besser, aber ich denke die meisten Motorsportfans Wir kennen zwar die Formel E, aber halten glaube ich nicht viel davon. Also auch bei uns, wenn ich wieder aus Blicksicht spreche, ich lese zwar immer über Formel 1, wer hat wieder das letzte Rennen gewonnen, aber so über Formel E Rennen, war jetzt auch wieder letztes Wochenende, kriegt man selten was mit. Oder weißt du zum Beispiel, wie der Formel E Weltmeister von der letzten Saison heißt?

Wilma: Das weiß ich nicht, aber ich weiß, wie der von 2016 heißt, weil das war ein Schweizer. Das

Andi: wäre Bastian Buemi. Ja, der ist natürlich auch sehr erfolgreich. Letztes Jahr hat Pascal Wehrlein gewonnen. Kennen Motorsportfreunde, vielleicht ist er auch mal für Sauber gefahren. Und er hat letztes Jahr für Porsche gewonnen. Porsche hat das erste Mal in der Formel E gewonnen. Ich war selber auch schon an drei Formel E Rennen, das war schon ein bisschen her, also es ist wirklich noch spannend und Technik hat sich wie gesagt auch extrem weiterentwickelt, aber so richtig durchgesetzt bei den Motorsportfreunden hatte sie ja noch nicht die Formel E.

Wilma: Das ist so und da muss ich dir zustimmen, auch wenn ich der Petrolhead bin im Sinne von, ich mag gerne schnelle Autos. Ich bin ja über fünf Jahre lang als Co-Pilotin Oldtimer Rennen mitgefahren, was sehr spannend war, oder ich hatte dort die Chance gleich zwei. Formel-E-Piloten kennenzulernen, das waren Jerome Ambrosio und Lucas di Grassi. Lustigerweise sind beide mal Formel 1 gefahren, danach beide Formel-E. Das war bei Bohemi ähnlich.

Andi: Genau, glaube ich.

Wilma: Einen Zuge später habe ich mit Lukas mal darüber gesprochen, weil er einfach den Unterschied ja kennt zwischen beiden Rennveranstaltungen, Renn-Events. Und seine Antwort war, dass Formel 1 und Formel E schon sehr viele strategische Ähnlichkeiten haben. Beide sind Autorennen und das Ziel ist es natürlich, als erster ins Ziel zu kommen. Bei beiden spielen Faktoren wie Reifenverschleiß, wie Strecken, Evolution und taktische Entscheidungen eine Rolle. Der entscheidende Unterschied, so hat er es mir damals gesagt, liegt aber im Energiemanagement. Bei der Formel E nutzen die Hersteller ja eigentlich die Erkenntnisse, die sie während dieser Rennen machen, um sie dann auf straßentaugliche Modelle umzumünzen.

Andi: Ich habe mich da mal schlau gemacht, weil mittlerweile fährt glaube ich die dritte Generation von Formel E Rennwagen. Und zwar am Anfang hatten die noch nicht allzu viel Power, also noch nicht vergleichbar mit der Formel 1. Aber mittlerweile, ich glaube ab der nächsten Saison soll dann wirklich das erste Auto mit über 600 kW Leistung, das sind über 800 PS kommen. Im Moment sind es nur 350 kW, also knapp 500 PS. Das Thema Superschnellladetechnik mit bis zu 600 Kilowatt können die dann laden während einer kurzen Pause. Und eben so diese Sachen, die fließen natürlich, nutzen dann auch Hersteller wie Porsche dann irgendwann früher oder später dann auch für ihre Straßenfahrzeuge, die sie dann bringen. Also das spielt sicher bei der Entwicklung auch eine Rolle, warum sie das machen.

Wilma: Im Gespräch mit Lukas kam heraus, dass er besonders schätzt diese Einfachheit der Motoren und der Antriebsstränge. Ein normaler Verbrennungsmotor hat bis zu 300 bewegliche Teile und ein E-Motor hingegen nur zwei, also der Rotor und der Stator. Das ist ein Plus. Es geht um das Gewicht, oder nicht?

Andi: Ja, also sicher von der Einfachheit kann man sagen, die Konstruktionsweise von einem Elektromotor ist natürlich wesentlich einfacher als von einem Verbrennungsmotor. Also jeder der schon mal so einen zerlegten Verbrennungsmotor gesehen hat, irgendwie so ein V8 oder kann auch Vierzylinder sein, da sind natürlich wahnsinnig viele Teile drin. Beim Elektroauto eben, da habe ich eigentlich nur Stator und Rotor plus die ganze Magnetechnik. Aber was man natürlich nicht vergessen darf, du hast natürlich diese Batterien, die Hochwaldbatterien hast du natürlich in den Rennern oder auch in den normalen Straßenautos und die wiegen so heute zwischen je nach Akkugröße 300 bis 700 Kilo. Relativ viel Gewicht und auch die Technik wird immer komplexer. Das letzte Mal hatte ich ja schon gesagt, ich bin mit diesem Porsche Taycan Turbo GT auf der Langstrecke getestet. Und der hat zum Beispiel an der Hinterachse ein 2-Gang-Getriebe. Also selbst bei Elektroautos gibt es mittlerweile teilweise schon Getriebe, um es einfach effizienter zu machen. Also das Getriebe schaltet dann bei etwa 100 kmh in den zweiten Gang. Und dann bin ich halt auch auf der Autobahn und kann schneller fahren. Also der schafft halt über 300 kmh theoretisch. Und gleichzeitig bin ich auch effizienter unterwegs und schneller. Also ich meine, das Teil war wirklich krass, wie das abgegangen ist. Also der hat unter 2 Sekunden auf 100 kmh. Da müssen sich dann so Supersportler mit Verbrenner anstrengen, dass sie dann an diesen modernen Elektro-Sportwagen dann überhaupt dranbleiben.

Wilma: Da muss ich gleich mal nachhaken, weil du ja gesagt hast, für dich ist das E-Mobility-Fahren oder E-Autofahren entspanntig. Und du hast auch mal aber gesagt, du kennst dich selber, bist eigentlich gar nicht der Typ dafür, aber wenn du in einem richtigen Sportwagen mit wirklich viel PS unter der Haube sitzt, merkst du auch, dass du so ein bisschen das Gefühl kriegst,

Andi: Ja. Wie war das jetzt? Also nicht, dass ich der Typ bin. Ich fahre gerne auch, wie gesagt, immer im Rahmen der gesetzlichen Bestimmung oder mal auf der Rennstrecke haben wir natürlich auch öfter mal bei Tests die Möglichkeit zu fahren. Also ich fahre schon auch gerne mal zügig. Ja und klar, wenn ich natürlich ein Elektroauto habe, was dann 700 PS plus hat oder so, dann reizt das halt schon auch mal, dann das Pedal to the Metal durchzudrücken und da mal die Sau rauszulassen, sag ich mal. Ja klar, macht natürlich schon Spaß. Okay. Logisch. Aber du kommst auch immer eine spannende an. Ja, ich kann natürlich auch wieder ganz entspannt dahin gleiten, wenn ich das dann möchte. Sehr gut.

Wilma: Wir haben eingangs gesagt, Formel E funktioniert, aber dass sie als straßenzugelassene Autos oft zu sehen sind, ist nicht so. Da haben wir den Rimac, die kroatische Marke, die hat dann mit dem Nivera einen starken Hypersportler auf den Markt gebracht. Was war das damals? 1914 PS und insgesamt sogar vier Elektromotoren. Also ein echter Überflieger einfach, aber eben kein Kassenschlager.

Andi: Kein Kassenschlager, definitiv. Also ich meine, vielleicht muss man ganz am Anfang sagen, er war eh auf 150 Stück limitiert. Von dem her, also das war jetzt nicht in Großserie angedacht, das Auto. Liegt auch einfach vielleicht daran, dass er Der kostet mindestens zwei Millionen Franken. Es gibt ja mittlerweile auch den Nivera R. Der hat dann sogar noch ein paar hundert PS mehr. Ist noch ein bisschen schneller. Ich konnte den leider selber noch nicht testen. Ich war kurz davor. Das wurde dann aber leider abgesagt. Die Veranstaltung war aber schon beeindruckend. Da bin ich wieder bei 1,8 Sekunden bis 100. Über 400 kmh. Ich meine für ein Elektroauto. Da sehen auch die meisten Verbrenner dann alt aus. Selbst auch mit Elektroautos ist das möglich, dass ich so schnell fahren kann. Ich glaube, die meisten, die sich das einfach leisten könnten, also irgendwelche Millionäre müssen das dann ja sein, greifen dann vielleicht doch lieber auf einen konventionellen Ferrari oder Lamborghini oder sonstigen Supersportler zurück als, weiß ich nicht, sich jetzt diesen Nevera dann zu kaufen. Könnte ich mir vorstellen, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass er immer noch nicht alle 150 Stück verkauft hat.

Wilma: Rimat selbst hat dazu mal im Interview oder in einem Gespräch gesagt, das fand ich relativ spannend, er würde die Gründe für den Rückgang der Nachfrage kennen. Und zwar meinte er, der Massenmarkt würde immer elektrifizierter werden und das Angebot sei mittlerweile sehr, sehr groß. Und die Wohlhabenden würden sich daher wieder verstärkt dem analogen Fragefühl zuwenden oder auf Verbrennermotoren setzen. Klingt so ein bisschen nach Ausrede in meinen Augen.

Andi: Ja, ich glaube, was der Marte Rimac vielleicht damit gemeint haben könnte, die Entwicklung bei den Elektroautos geht so schnell, also heutzutage brauche ich dann gar nicht mehr einen millionenteuren Stromer, um so super Leistung zu haben. Also ich würde da quasi von der Demokratisierung der Sportlichkeit sprechen. Ich war kürzlich den neuen Smart Hashtag 5 an. Smart kennen wahrscheinlich noch alle. Dieser kleine Kugelfirma, den man noch oft in der Stadt sieht. Und die sind ja jetzt im Mercedes Joint Venture mit Geely, so einem chinesischen Hersteller. Die haben jetzt mittlerweile drei Autos auf dem Markt. Das Teil ist eigentlich ein 4,70 Meter langer Familien-SUV, wiegt fast zweieinhalb Tonnen. Und ich konnte die Brabus-Version fahren und die hat irgendwie fast 650 PS. Ein Smart? Ein Smart, ja. Also er ist halt auch nicht mehr Smart im Sinne von klein, er ist halt wirklich groß. Aber das Teil schießt halt in unter vier Sekunden auf 100. Und ich meine, das sind wirklich Werte, die hatte ich vor zehn Jahren. Das konnten Ferraris oder Lamborghinis oder sonstige Supersportwagen marken, aber bei einem normalen Alltagsauto war das völlig undenkbar. Mit den Elektroautos kommen diese Werte immer näher, auch in bezahlbaren Modellen. Weil der Smart kostet selbst in der Top-Ausstattung unter 60.000. Also da geht schon einiges.

Wilma: Eines der größten Probleme ist sicherlich, ein Sportwagenfahrer möchte in der Regel gerne lange und vor allen Dingen gerne schnell fahren. Und da kann die geringe Energiespeicherkapazität eines Akkus ja nicht wirklich mithalten, würde ich jetzt einfach mal sagen. Oder was sagst du? Wie ist der aktuelle Stand der Technik?

Andi: Ja, wenn du die Reichweite ansprichst, ich weiß es nicht, kennst du dich vielleicht auch besser aus, wenn man so ein, oder gut, ich weiß nicht, ob du ein Supersportboliden zu Hause in der Garage hast?

Wilma: Nicht zu Hause in der Garage, aber ich bin den ein oder anderen

Andi: schon befangen. Okay, aber ich sag mal, du reißt da jetzt ja nicht unbedingt die Langstrecken ab, also wenn du so einen schönen Schönen Sportwagen hast, holst du vielleicht am Wochenende raus, gehst ein bisschen Pass fahren. Deswegen weiß ich nicht, ob so Sportwagenfahrer unbedingt immer lange Strecken fahren wollen. Aber eben, wenn wir vielleicht nochmal auf den Nivera oder auf den Talcan zurückkommen. Ich meine, da sprechen wir von Akkugrößen von 100, 120 Kilowattstunden beim Rimac. Und ich sag mal, um da am Wochenende mal schön ein paar Pässe fahren zu gehen, da komme ich locker weit genug. Wenn ich jetzt natürlich permanent, sage ich mal, in Deutschland mit 300 kmh auf der linken Spur brettere, auf der Autobahn oder auf der Rennstrecke, wenn ich da meine Runden abreiße, dann wird es natürlich irgendwann früher oder später knapp mit dem Akku. Und gerade wenn ich so Rennstrecke fahre, wenn ich dann jedes Mal erstmal wieder 20, 30 Minuten laden muss, ja, ich glaube, die Zwangspausen für die Fahrerinnen von so Sportwagen ist kann das schon ein Argument gegen die Stromer sein. Fast das Größere, denke ich aber, ist noch das Gewicht, weil eben mit diesen Akkus, die wiegen halt auch viel und Elektro-Sportwagen sind halt nun mal schneller als ein Verbrenner-Pendant, sage ich mal dazu.

Wilma: Okay. Was ist vielleicht noch ein anderer Fakt, der dich davon abhält? Ich frage mal, weil ich wüsste die Antwort für mich darauf, was mich abhalten würde. Ja.

Andi: Ich denke, du sprichst den Sound an. So ist das. Eben klar, das ist immer das Argument der Petrel-Heads. Der fehlende Motorsound und damit natürlich die fehlenden Emotionen. Kann man sehen bei Sportwagen, ich sag jetzt mal bei normalen, wenn das jetzt Leute sagen über einen normalen Golf oder irgendeinen normalen oder einen Toyota, der dann so einen kleinen Benziner drin hat, 1,5 Liter oder so in dem, in der Range. Also sorry, aber das weckt bei mir wirklich null Emotionen, wenn ich den dann durch trete und das Getriebe dann hoch heult. Ich persönlich finde es viel entspannter in einem Alltagsauto, wenn das elektrisch ist. Bei Sportwagen ist es natürlich anders. Wenn du dir natürlich gewohnt bist, hast du einen V8, einen V10, V12 Sound und der macht dann halt auch richtig Krawall, wenn ich da das Gas dann runter trete. Das kann ich dann schon verstehen, dass das vielleicht fehlt. Genau deswegen haben auch manche Hersteller, simulieren ja mittlerweile den Sound in ihren E-Modellen, also zumindest im Innenraum, natürlich nicht außen. Bei manchen ist das nicht so gut gelungen. So zum Beispiel bei BMW oder bei Porsche auch, muss ich sagen, das hört sich schon ein bisschen nach Raumschiff Enterprise an. Vielleicht können wir das hier auch ganz kurz mal für unsere HörerInnen einspielen, dass sie mal so ein Gefühl dafür kriegen, wie sich das anhört.

Wilma: Könntest du jetzt sagen, welches Auto welches gewesen ist?

Andi: Ja, das könnte ich dir sagen. Ich bin ja letztens auch Taycan gefahren, deswegen weiß ich, wie sich der anhört. Aber eben, es gibt auch wirklich positive Beispiele und ich glaube, das wird in Zukunft auch immer mehr kommen. Zum Beispiel beim Hyundai Ioniq 5 N, das ist die Sportversion von dem Modell. Der simuliert nicht nur Schaltvorgänge, also es ist wirklich noch erstaunlich. Also es drückt dich wirklich dann beim Schalten wieder in den Sitz, obwohl er eigentlich keine Gänge hat. Ist ja ein Einganggetriebe. Und er macht auch wirklich Verbrenner-Sound und das ist schon erstaunlich beeindruckend. Auch da können wir kurz reinhören. Und, Wilma, was sagst du jetzt zu dem? Das

Wilma: hört sich schon cool an, oder? Ja, auf jeden Fall. Aber das Geräusch höre nur ich drin, quasi. Draußen hört niemand was, oder so ein bisschen zumindest.

Andi: Ja, draußen hörst du nichts. Eben, die müssen natürlich bis 30 kmh so ein, laut EU-Gesetz, so ein Geräusch machen. Das ist halt nicht vollständig. Völlig still ist das Auto, dass es die Fußgänger hören. Aber innen, das höre natürlich nur ich. Aber, ja, ich weiß nicht, hast du das jetzt cool gefunden oder bist du skeptisch oder wie schätzt du das ein, so Sounds?

Wilma: Ich bleib skeptisch, weil wie du sagst, es wird zwar, ich weiß, dass sehr viel Forschung betrieben wird um diese Geräusche, wirklich. 1 zu 1 nachzubilden, aber es ist immer noch nachgebildet. Also es ist nicht der wirkliche Motor, der dieses Geräusch von sich gibt. Und du hast gerade schon gesagt, grundsätzlich ist es ja so, E-Autos müssen bis zu 30 kmh ein Geräusch machen. Also ich erinnere mich noch an die Anfangszeit, wo ich mein Kofferraum eingeräumt habe und neben mir lautlos ein Auto aus der Parklücke glitt und mich zu Tode erschreckt hat. Mittlerweile machen die wieder Geräusche, sei es ein leiser Ton oder ein Piep-Piep-Piep, gerade wenn sie rückwärts fahren, einfach, um die Leute draußen zu schützen. Aber wenn es um diese Sounds geht, ist das, was du auch gesagt hast, darum, dass die Leute drinnen dieses Geräusch hören. Da ist für mich immer noch, wenn du das nachgemacht hast, ist das nachgemacht.

Andi: Ja, also manche versuchen halt wirklich Motoren, also einen Verbrennungsmotor zu simulieren, wie jetzt Hyundai und bei BMW oder Porsche, jetzt nur mal als Beispiele, die versuchen dann halt auch diese, die Klänge des Elektromotors, weil auch Elektromotoren machen ja Geräusche, einfach viel hochfrequentiger, die haben natürlich auch viel höhere Drehzahlen und das versuchen die so zu transformieren und das irgendwie so wiederzugeben. Es geht ja dann auch teilweise darum, dass du bei einem Verbrenner Wenn du hochbeschleunigst, du kannst ja an dem Sound schon ein bisschen abschätzen, etwa auf welcher Geschwindigkeit ich bin oder wie stark ich jetzt, wie hoch ich schon bin. Und das sollen ja diese Geräusche unterstützen dich dann auch ein bisschen, dass du das als Fahrer auch ein bisschen einordnen kannst, dass du halt wirklich noch ein akustisches Feedback kriegst in deinem Sportwagen. Dafür ist es ja auch, nicht nur, um dich dann zu bespaßen mit diesem Sound.

Wilma: Das ist es. Ich finde es spannend, dass immer mehr versucht wird, den normalen Sportwagen, den Verbrennersportwagen zu imitieren. So ist es für mich. Wenn ich dieses Geräusch künstlich erzeuge, ist das für mich. Einfach, um es näher dem normalen, klassischen Sportwagen zu bringen.

Speaker 00: «Porsche» präsentiert «Elektrogeflüster». Faszination Sportwagen. Elektrifiziert. Eingangs hatten wir

Wilma: gesagt, man sieht noch immer wenig vollelektrische Sportwagen auf der Straße. Zum Beispiel Ferrari haben das ja sehr groß angekündigt. Ich glaube, vor fünf Jahren hieß es vom Aufsichtsratvorsitzenden, never ever werden wir irgendwie einen vollelektrischen Ferrari auf die Straße bringen. Ja, später hieß es, ja, schauen wir mal so. Und jetzt kam die Ankündigung, ja, Ende 2025 stellt man das erste Modell vor. Da hat man jetzt aber auch schon wieder leicht revidiert und man mag sich nicht ganz genau festlegen, wann es denn vorgestellt wird. Weißt du, wie der aktuelle Stand ist bei den Italienern?

Andi: Das weiß ich. Habe ich mich natürlich auch informiert, wobei bei Ferrari weiß man tatsächlich, dass es noch in diesem Jahr soweit sein soll, dass sie ihn zumindest vorstellen, ob er dann wirklich auf den Markt kommt. Aber ich glaube, das wird auch so in Richtung Elektro-SUV soll das gehen. Oh Gott, das ist ja noch schlimmer. Ja, wobei der, sie haben ja schon einen, also Crossover nennen sie es ja bei Ferrari auch, ist ja kein SUV, sieht auch, also ist natürlich rein subjektiv, aber der Puro Sangue, oh halt mich. Als Deutscher ist das immer ein bisschen schwierig mit Italienisch, aber der sieht wirklich cool aus. Ich habe da nur Air-König-Bilder gesehen, also so getarnte. Ich weiß nicht, wie er dann in echt aussieht, aber mit Design, das können die Italiener eigentlich immer wirklich gut. Bei Lamborghini weiß ich nicht, da habe ich noch keine Infos, wann da das erste elektrische Modell kommen soll. Aber ich glaube, was man im Moment so beobachten kann, so die Entwicklung, gerade bei den italienischen Traumschmieden, Das geht wirklich dahin, dass ihre Boliden teilelektrifiziert werden, also dass ich einen kleinen Akku habe, mehrere Elektromotoren und die unterstützen dann den Verbrenner. Was dann natürlich auch zu immer höheren Leistungsdaten führt und auch zu geringeren Verbräuchen auf dem Papier dann zumindest. Bei Lamborghini, die haben hier eben den Aventador Nachfolger, also das Flaggschiff in ihrer Flotte sozusagen und das ist der Revuelto und der hat weiter in dem V12 Benziner. Also der ist nach wie vor unter der Haube oder beziehungsweise hinter dem Piloten ist er ja. Hat aber auch drei Elektromotoren und kommt auf 1015 PS oder sowas in der Range. Soll natürlich auch in, ich weiß nicht, zweieinhalb Sekunden auf 100. Also das ist schon eine ultra brutale Maschine, kommt aber nur 13 Kilometer weit rein elektrisch. Also den Strom brauche ich wirklich nur, dass ich das Modell aus der nächsten Kurve immer rauspushen kann. Du hast wirklich die Elektromotoren einfach um den Benziner zu unterstützen und beim Bremsen speichere ich das dann wieder im Akku ein und so. Du hast immer einen gewissen Puffer Strom, den ich dann wieder brauche zum Beschleunigen. Ferrari hat den SF90 Stradale. Und der gibt es jetzt aber auch schon ein paar Jahre. Der kommt auf ähnliche Leistungswerte wie der Revuelto.

Wilma: Aber ich brauche immer noch wirklich, um Gas zu geben und lange Gas zu geben, brauche ich den Verbrennermotor da drin. Wenn ich das höre, 13 Kilometer, ja gerade bei so einem Auto, was irgendwie in Sekunden auf 200 kmh hoch zu tunen ist, 13 Kilometer sind dann schnell vorbei.

Andi: Ja, da geht es wirklich nur darum, um den Benziner zu unterstützen. Da will ich dann nicht hunderte Kilometer rein elektrisch fahren. Gibt auch andere, gibt auch Alltagssportler, sag ich mal der neue BMW M5. Ist ja der erste mit Plug-in-Technik. Der kommt auch knapp 80 Kilometer, also der hat dann schon einen größeren Akku drin. Ich konnte den auch schon fahren. Es ist eine Wahnsinnsmaschine, aber der wiegt halt auch im Vergleich zum Vorgänger 600 Kilo mehr. Und da hat die BMW-Fangemeinde es da ziemlich ausgeflippt, als BMW das Modell vorgestellt hat. Ich weiß nicht, wie die Verkaufszahlen sind. Den gibt es jetzt etwa ein halbes Jahr. Aber der benutzt im Prinzip ähnliche Technik, wie jetzt auch bei Lambo oder Ferrari angewendet wird.

Wilma: Das

Andi: kommt immer mehr bei diesen Sportwagen, Sportlimousinen.

Wilma: Das ist also der Stand aus Europa. Wie es in Europa aussieht. Schauen wir dann noch mal nach Asien. Die sind ja oft… Geht es um Autos? Sind sie schneller, was die Technik betrifft? Sind sie innovativer, was Modelle betrifft? Da gibt es den sogenannten Hyptech SSR. Das ist die Bracke, glaube ich. Wie heißen sie? GAC? Die haben einen Sportwagen rausgebracht. SSR steht für Super Sport und Race. Auch da wieder drei Elektromotoren verbaut und ein Motor vorne, zwei irgendwie an der Hinterachse. Der soll sogar 1224 PS haben und innerhalb von 1,9 Sekunden auf 100 kmh beschleunigen. Das klingt ein bisschen wahnsinnig, auch für mich als Petrolhead.

Andi: Definitiv, also für ein chinesisches Auto klingt es auf jeden Fall sehr wahnsinnig, weil man muss das wirklich mal erlebt haben, weil das ist schon wahnsinnig schnell und es zeigt einfach auch, wie wahnsinnig schnell die Chinesen bei dem Autobau aufgeholt haben. Bei Verbrennern waren sie gegen die etablierten Hersteller, gerade so aus Europa ist ja China immer hinterher gefahren. Sie haben eigentlich meistens kopiert und dann, wenn die Modelle auf dem Heimatmarkt angeboten, Aber aktuell mit der Elektrotechnik spielt China natürlich die Innovationsfähigkeit voll aus. Und eben, dann bringen sie auch so Modelle wie jetzt der GAC, den du angesprochen hast, von dem habe ich auch schon gehört, aber jetzt gerade hat der Xiaomi, SU7, kennen vielleicht manche. Ist ja eigentlich ein Smartphone-Hersteller. Die haben jetzt eben auch ein Modell, also eine Sportlimousine. Und die hat jetzt tatsächlich im April den Nürburgring-Rekord für Elektro-Serienautos geknackt. Kein Aprilscherz. Kein Aprilscherz, genau. Habe ich zuerst auch gedacht. Ich habe es dann aber nochmal vergewissert. Das ist wirklich kein Aprilscherz. Und die waren wirklich selbst schneller als der Rimaz. Und da musst du dann sehen, eben, Nürburgring ist schon eine Hausnummer. Also da machst du nicht einfach mal schnell einen Rekord. Ich meine, das sind 21 Kilometer mit langen Geraden, mit vielen Kurven. Da muss die Technik schon halten. Fährst du nicht einfach schnell einen Rekord. Und ich meine eben, bis vor wenigen Jahren haben die Smartphones gebaut und jetzt kommen die mit irgendwelchen Superlimousinen und fahren da irgendwelche Rekorde ein. Und schon 2017 hat NIO, ich weiß nicht, ob du die Marke kennst, Der wurde ja auch immer der Elon Musk von China genannt, der Gründer davon. Und die haben auch schon vor ein paar Jahren einen Rekord aufgestellt, der wurde aber nicht anerkannt. Aber eigentlich wöchentlich lese ich über irgendwelche neuen Superstromer aus China. Die werden immer stärker, immer schneller, immer besser. Und die Entwicklung ist definitiv spannend. Und spannend auch, ob die Europäer da jetzt noch mithalten können, weil natürlich die Chinesen sind auch oft viel günstiger und eben innovativer. Europa muss sich da echt anstrengen, dass sie da nicht früher oder später auf der Strecke bleiben, auch in diesem Wettrennen, wenn wir bei dem Wort bleiben.

Wilma: Was glaubst du, welche Strategie verfolgt die ASIA? Damit geht es nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wie gesagt, so ein Auto ist nicht für jedermann was. Und wenn es dann um Rekorde geht und noch mal den Rekord wieder knacken, dann geht es ja eigentlich um Marketing, oder? Das wäre meine Einschätzung.

Andi: Definitiv. Ich habe gesehen, der Xiaomi kommt auch demnächst in die Schweiz. Ich glaube, da hilft das natürlich. BYD hat es jetzt vorgemacht, den Wirbel, den sie jetzt gemacht haben mit dem europäischen oder auch dem Schweizer Markteintritt. Das hilft natürlich, wenn du so Rekorde hast, weil es gibt so viele Marken, viele verschwinden auch wieder nach kurzer Zeit von Kollegen, die schon in China waren. Also 90 Prozent der Autos, die da auf der Straße sind, das kennt hier, kennt kein Mensch. Europäer kennen die meisten Marken gar nicht.

Wilma: Und

Andi: da helfen natürlich so Sachen, dass du dich ein bisschen differenzieren kannst zu deinen wahnsinnig vielen anderen Mitbewerbern, die du da auf dem Markt hast.

Wilma: Es zeigt sich ja oft, dieses Auto, da gibt es irgendwie das Concept Car und viele von diesen Super-Elektro-Stromer, also von den Elektro-Sportwagen schaffen es ja über den Status irgendwie Concept Car gar nicht hinaus.

Andi: Ja, das ist richtig. Aber eben, wie man jetzt sieht, es gibt auch wirklich auch ein paar Also der von Xiaomi, das ist wirklich ein Serienauto, was auch von der Konkurrenz schon getestet wurde. Wir hatten ihn leider noch nicht. Er ist auch noch nicht offiziell in der Schweiz, aber soll in den nächsten Monaten wohl kommen. Und ich glaube, die meinen das schon ernst. Und die haben natürlich auch als Smartphonehersteller, haben die natürlich auch genug Polster im Rücken, finanzielles, dass die so ein Projekt halt auch eher durchziehen können, als jetzt irgendeine kleinere Marke, die jetzt die dann halt irgendwann über Leben kämpfen muss, wenn das erste Modell dann nicht ankommt.

Wilma: Ja, dann, wir werden es erleben. Da würde ich mich dann auch noch bereit erklären. Vielleicht wäre das meine nächste Fahrt im Elektroauto. Ich würde mich quasi zur Verfügung stellen, den Ferrari zu fahren. So ist das nicht.

Andi: An der Stelle vielleicht noch eine Innovation, die jetzt fällt mir jetzt gerade noch ein, die jetzt kürzlich Renault vorgestellt hat. Du, eben als Petrolhead, du kennst wahrscheinlich noch den R5 Turbo von früher. Aus den 80er Jahren war der, glaube ich. Und da wurde jetzt das reine elektrische Modell vorgestellt mit, ich glaube, Zwei oder drei Elektromotoren, aber sie setzen auf sogenannte Radnabenmotoren, wo der Motor wirklich im Rad drin sitzt. Wo du das dann quasi nicht mehr auf die Räder übertragen musst, sondern wo wirklich die Leistung direkt auf die Straße kommt. Es ist relativ kompakt das Auto, wird auch nur in der kleinen Serie angeboten, aber hat wahnsinnig viel Leistung. Ich weiß jetzt nicht auswendig die Leistungsdaten, aber selbst Kleinwagen mittlerweile kommen da auf Leistungsdaten, die früher wirklich ein Lamborghini hatte. Und ich glaube da auch bei so den kleinen Stromern, da wird es immer mehr, es wird immer sportlicher. Im Moment ist unheimlich viel los auf dem Markt. Es ist wirklich spannend, wenn man da ein bisschen dran bleibt.

Wilma: Eine Frage fällt mir nämlich auch noch ein, weil du gesagt hast, er hat auch wieder zwei Motoren. Warum haben die immer gleich irgendwie zwei bis vier Elektromotoren? Warum braucht es dann immer, reicht nicht einer? Das ist eine bereits abschließende Frage vielleicht noch.

Andi: Ja gut, umso mehr Elektromotoren, umso mehr Leistung habe ich natürlich. Also wenn ich natürlich, also bisher war immer das Konzept vorne ein Elektromotor, hinten ein Elektromotor. Wenn du natürlich so Radnabenmotoren hast, die sind relativ kompakt. Und die kosten ja auch nicht so wahnsinnig viel. Ich habe da jetzt nicht vier V8-Motoren, die ich da irgendwo ranplanschen muss. Okay. Und es ist einfach auch von der Technik wird das natürlich auch immer günstiger. Es spielt dann fast keine Rolle mehr, ob ich dann zwei oder drei Elektromotoren, böse jetzt gesagt, verbaue. Und umso mehr E-Motoren, umso mehr Leistung habe ich natürlich auch, wenn es die Batterie abgeben kann. Weil die Batterie ist auch bei so Elektrosport dann auch immer noch so ein begrenzendes Element. Und auch die Batterien müssen auf die Leistung ausgelegt sein.

Wilma: Das ist sehr gut. Alles, was wir dazu schon geschrieben haben, wird wieder in die Show Notes verlinkt. Und wir freuen uns über Feedback zu dieser Folge, auch zu allen anderen Folgen. Wir freuen uns über jeden Abonnenten, jede Abonnentin. Und ja, ich danke dir wieder für eine sehr spannende Folge und bis zum nächsten Mal.

Andi: Vielen Dank, Wilma. Ja, auch von meiner Seite. War wieder sehr cool. Und ja, ich freue mich schon auf unsere nächste Folge, die wir wieder aufzeichnen können.

00:29:01: Porsche präsentiert «Elektrogeflüster». Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.

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