Innovation im Bereich E-Autos
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00:00:00: Porsche präsentiert Elektrogeflüster. Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.
Andi: Herzlich willkommen zur sechsten Folge bereits unseres Ringier-Podcast Elektrogeflüster, der sich um alle möglichen Aspekte rund um die E-Mobilität dreht. Mir gegenüber sitzt Wilma Fasola. Du sagst zu dir gleich noch ein paar Worte, vielleicht kurz zu mir. Mein Name ist Andi Engel, seit mehr als zwölf Jahren im Ressort Automobilität bei Ringier tätig und eigentlich an allen neuen Themen und Trends im Bereich der E-Autos interessiert. Die letzten Folgen haben wir meist über den Ist-Zustand gesprochen oder vielleicht auch ein bisschen in die Vergangenheit geschaut. Und heute wollen wir einen kleinen Blick in die Zukunft wagen, oder Wilma?
Wilma: Das ist so. Herzlich willkommen zur Rückgabe von mir. Ich bin Wilma Fasola, seit mehr als 20 Jahren Journalistin und ein grosser Autofan. Und wie du gesagt hast, wir wollen heute mal so ein bisschen in die Zukunft schauen. Was gibt es an neuen Modellen? Was kommt da auf uns zugerollt? Vor allen Dingen aber auch, wie sieht es aus in Sachen Technik oder technische Innovationen? Woran tüfteln die Autobauer im Moment? Dann schauen wir doch mal.
Andi: Steigen wir ein. Was ich schon mal jetzt verraten kann, ganz am Anfang der Folge, es wird auf jeden Fall spannend, was so bei den Elektroautos geht. Nicht nur beim Thema Reichweite, sondern eben auch bei der Ladetechnik. Die macht wirklich wahnsinnige Fortschritte. Und da kann man sich, vielleicht ein bisschen plakativ, aber man kann sich schon langsam die Frage stellen, laden die Stromarbeit schneller als die Verbrenner heute an der Zapfsäule brauchen, bis der Tank voll ist? Ja, das könnte durchaus der Fall sein bald.
Wilma: Okay, lass uns da doch ansetzen. Erinnerst du dich noch die kürzeste Ladezeit, die du bisher erlebt hast?
Andi: Ich bin ja kürzlich mal mit so einem Porsche Taycan zu meinen Eltern nach Deutschland gefahren, nach Norddeutschland. Da stand ich wirklich am Schnelllader, wenn es dann funktioniert hat, wenn ich die richtige Säule erwischt hatte. Da stand ich dann wirklich weniger als 20 Minuten, bis der Akku, auf der Langstrecke lädt es ja nur bis 80 Prozent, aber bis der dann die 80 Prozent erreicht hatte. Kürzlich war ich auch auf einer Testfahrt in Portugal, da konnte ich den neuen Smart Hashtag 5 ausprobieren. Der lädt sogar noch ein bisschen schneller. Und kostet aber auch nur einen Bruchteil von dem Taycan, also geht schon so ab 50.000 Franken los. Aber ich glaube jeder grosse oder jeder Autobauer, der Elektroautos hat, arbeitet natürlich daran, dass nicht nur die Akkus grösser werden, sondern dass vor allem die Wartezeiten kürzer werden beim Laden.
Wilma: Ja, ich habe gesehen, GoVago hat da kürzlich eine Liste veröffentlicht, die Autos, die sich am schnellsten laden lassen. Also es ging immer um die Ladung von 10 auf 80 Prozent.
Andi: Genau, für die Langstrecke, oder? Genau.
Wilma: Da kam so der Kia EV6 oder der Hyundai Ioniq 5, sind da sehr gut weggekommen. Das war irgendwie so um die 18 Minuten. Porsche, Audi lagen bei um die 20 Minuten. Was mich erstaunt hat, ist, dass Tesla da irgendwie mit knapp, ja fast 30 Minuten geführt wurde. Eigentlich sind sie ja immer so die Innovativen, wo das glauben zumindest.
Andi: Ja, man denkt es natürlich, weil halt was bei Tesla natürlich ist, sie war natürlich am Anfang an, das muss man dem Elon Musk auch wirklich zugute halten, was man jetzt von ihm halten mag, aber mit seinen super Chargern, die er überall aufgebaut hat, Das war halt wirklich innovativ und hat natürlich Tesla auch so schnell verbreitet, weil du fährst hin zu den Stationen, musst noch nicht mal eine Karte dran halten, hatten wir ja auch schon das Thema und du kannst einfach laden. Aber was Tesla halt nicht haben, die Technik ist langsam doch schon etwas in die Jahre gekommen, gab ja nicht viel Neuheiten, also sie frischen die Modelle immer mal wieder auf und sie bauen halt auf einer Plattform auf, also auf so einem Boardnetz, sagt man, mit 400 Volt. Aber die Autos, die du angesprochen hattest, Hyundai, Kia oder auch Porsche, Audi, die setzen halt mittlerweile auf 800 Volt Ladetechnik. Da hast du dann auch deutlich weniger Ladezeit und Tesla lädt halt mit maximal 200 bis 250 kW. Also 250 sind die Supercharger maximal ausgelegt und halt wenn du heutige Hypercharger hast, da kannst du dann halt bis je nach Auto mit 320 kW oder mehr laden oder bei dem angesprochenen Smart sogar mit
Wilma: 400. Also bei Tesla ist ja der Vorteil gewesen, dass sie von Grund auf nur Elektroautos gebaut haben und daher, wir haben ja gesagt, wir gehen so ein bisschen darauf ein, was kommt auch bei anderen Herstellern, was kommt von den Herstellern. Fangen wir mit dem Blick nach München an. Oder nach Ungarn sogar. BMW hat vor ein paar Monaten einfach gesagt, dass jetzt, 2025, das erste Auto der neuen Klasse herauskommt. Ich glaube, der erste, der rauskommt, ist ein iX3. Und der wird in Ungarn gebaut. In München wird das Werk aber auch schon umgemodelt, dass dort auch nur noch E-Autos gebaut werden können. Und die neue Klasse ist jetzt nicht wirklich nur eine neue Modellreihe. Es ist ein ganz neues Geschäftsmodell, was BMW da ausrollt. Diese ganze neue Klasse ist – so habe ich es in meinem Interview erfahren – es geht um Elektrifizierung, um Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Da könnte ich mich sogar vielleicht noch mit anfreunden, weil ich finde, dieses Cockpit ist super spacig in diesem BMW iX3. Ja, und da steckt ja so unheimlich viel KI auch mittlerweile drin. Die Ladezeiten sollen bei zwölf Minuten liegen, irgendwie von null auf 95. Steht gross auf der Webseite,
Andi: daher muss ich das mal glauben. Ja, da weiss ich jetzt mehr als ich. Also mit den zwölf Minuten, das lese ich jetzt wirklich das erste Mal, dass der das kann. Müssen wir vielleicht auch nochmal dann wirklich genauer schauen, weil das kommt mir jetzt wirklich sehr schnell vor. Aber ja, wenn wir nochmal auf den auf diese neue Klasse zu sprechen kommen. Du hast es ja gesagt, neues Geschäftsmodell. Es ist quasi eine neue Plattform, auf der ganz viele neue BMWs aufbauen werden. Eben diese sogenannte neue Klasse gab es ja schon in den 60er Jahren, glaube ich. Ich hiess ja mal ein Modell neue Klasse und das ist jetzt quasi die neue Klasse der Neuzeit und das erste Modell wird eben so ein SUV sein, der iX3, den es ja bisher auch schon gab, aber der wird Wirklich ganz neu, ganz neue Technik, KI drin, voll digitalisiert, alles mit neuer Akkutechnik. Der wird wahrscheinlich auch schnell laden können, eben diese zwölf Minuten. Das muss ich nochmal checken. Du hast es angesprochen, München. Nicht nur BMW kommt ja aus München, sondern es wird dieses Jahr auch wieder die Die IAA, die früher in Frankfurt stattgefunden hat, findet dieses Jahr erneut in München statt. Und da werden wir nicht nur vom BMW die neue Klasse, die sie da erstmals enthüllen. Bisher gibt es ja eigentlich nur so Konzeptstudien. Und da werden sie die neue Klasse das erste Mal wirklich oder diesen iX3 das erste Mal zeigen. Aber wer auch da ist, ist natürlich Mercedes. Die haben jetzt auch ein neues Modell, auch auf der neuesten Elektro-Plattform, der CLA. Und man kann wirklich sagen, es ist wahrscheinlich das wichtigste Mercedes-Modell der Neuzeit, weil Mercedes mit Elektro ist... Sie haben zwar gute Modelle, gute Technik, hatten sie bereits, waren schon innovativ, aber sie wurden halt noch nicht so richtig gekauft und waren halt eher noch hochpreisig. Und mit diesem CLA der bietet wirklich ganz neue Möglichkeiten, auch was Effizienz, Akkugrösse und Ladezeiten angeht. Da kann man definitiv, lohnt sich dann Anfang September ein Blick nach München, wenn da die verschiedenen Hersteller wieder ihre neuen Innovationen zeigen. Und Mercedes und BMW sind da sicher ganz vorne dabei.
Wilma: Aber auch VW hat ja irgendwie schon was verlauten lassen, glaube ich, dass sie auch mit was Neuem kommen und zwar ein voll elektrischer Polo, irgendwas in die Richtung.
Andi: Sie wurden ja auch schon viel dafür kritisiert, VW Volkswagen, dass es quasi eigentlich noch keinen richtigen Volkswagen gibt, der halt auch preislich für alle ist. So viel ist noch nicht bekannt. Sie werden ihn an der IAA dann auch offiziell enthüllen. Man spricht dann vom ID.2. Bisher geht es ja beim ID.3 los oder ID.3, ID.4 und so weiter. ID.7 ist jetzt auch relativ neu. Und das soll dann auch mit Abstand das günstigste Elektroauto werden von VW. Eben in Polo-Grösse. Und ein ganz wichtiger Schritt einfach auch, dass die E-Autos nochmal für die breitere Masse zugänglich zu machen. Und gerade bei VW wäre das sicher wichtig, dass sie da endlich mal den Schritt gehen. Und natürlich dann die anderen VW-Konzernmarken kommen dann auch. Skoda bringt den E-Pig, das ist auch so ein Mini SUV, soll auch bei 25.000 Franken starten, wie der Polo von Seat, beziehungsweise der Sporttochter Cupra. So ein Urban Rebel soll der wahrscheinlich heissen. Und irgendwann soll dann auch der ID.1 kommen. Das geht aber wahrscheinlich noch zwei Jahre. Also erst mal Anfang nächstes Jahr der ID.2, wenn er auf den Markt kommt. Aber auch Dacia, die Billig-Tochter von Renault. Also ist es durch die Medien gegeistert, dass auch der der Kompakt-SUV, das da elektrifiziert werden soll. Und eben man sieht, also selbst ich glaube, das ist so ein Trend, dass es wirklich so in die Richtung geht, dass die Modelle auch für die breite Masse zugänglicher werden, auch die Elektromodelle. Das ist sicher mal ein Zukunftstrend.
Wilma: Das ist, glaube ich, auch einfach wichtig. Ich habe das Beispiel zu Hause. Meine Mutter wäre eigentlich die prädestinierte E-Autofahrerin. Sie fährt nicht mehr als 30 Kilometer. Meine Eltern haben ein Eigenheim. Sie hat Platz unter dem Carport für eine Wallbox. Sie haben auch noch Panels oben auf dem Dach. Der Strom wird auch noch selbst produziert. Aber ... Wenn mein Vater auf die Preise der Autos guckt, dann sagt er ganz schnell, naja, für einen Kleinwagen bezahlt er nicht so viel. Und damit hat sich das Thema dann wieder erledigt. Und dann wird das über 20 Jahre alte Auto, was da im Moment noch steht, halt munter weitergefahren.
Andi: Gut, dann kannst du ihn vielleicht auch deinem Vater dann auf unsere Shownotes auch verweisen. Da stellen wir vielleicht den Artikel nochmal rein mit günstige Stromer. Die gehen so, eben das gibt wirklich der Dacia Spring. Das ist jetzt wirklich so, das ist wirklich ein für Kurzstrecken völlig geeignet. Würde ich jetzt vielleicht nicht unbedingt 700 Kilometer zu meinen Eltern fahren, aber für so einen Umkreis
Wilma: 100 Kilometer. Wie ich sage, meine Mutter, die einkaufen fährt, Freunde besuchen und der liegt sogar bei unter
Andi: 20.000. Der beginnt wirklich bei 15.000 Franken. Das ist wirklich so das günstigste Auto, was du im Moment kriegst. Aber es gibt schon viele, die so, also viele, es gibt schon einige, die so bei um die 20.000 Franken bis 25.000 Das Angebot wächst und wächst und eben wird noch weiter wachsen, wenn letztendlich dann auch auf VW einsteigt in dem Segment.
Wilma: Wir sprechen ja jetzt immer über Neuwagenpreise. Gebrauchtwagen sind natürlich ein bisschen drunter, aber da habe ich schon aus so vielen Ecken jetzt gehört, dass ganz viele Leute sagen, ich würde nie einen gebrauchten Stromer kaufen, weil ich überhaupt keine Ahnung habe über den Zustand der Batterie. Also ich würde ja auch kein gebrauchtes Handy kaufen oder einen gebrauchten Laptop würde ich immer neu kaufen. Ist dir das auch schon mal irgendwo untergekommen oder hast du schon mal darüber diskutiert?
Andi: Ich glaube, das ist ja auch, hätte ich jetzt besser in die Folge 2 gepasst, aber gehen wir gerne natürlich noch ein. Wegen der Mythen? Wegen der Mythen, weil viele denken ja, so ein Akku ist ja sowieso immer so die Achillesferse, wird es ja so angesehen, braucht so viel Rohstoffe. Also gerne noch mal auf Folge 2 zurück, da gehen wir da noch mal ein bisschen näher drauf ein. Aber um auf den Zustand der Batterie zu sprechen zu kommen, Also die Hersteller heute geben 8 bis 10 Jahre oder 200.000 km, geben sie eigentlich auf jeden Akku Garantie. Dann soll er noch mindestens 70% Restkapazität haben. Aber wie jetzt auch Untersuchungen gezeigt haben, meistens pendelt sich so im Schnitt, hat auch ein Akku nach 200.000 bis 300.000 km noch 87% Restkapazitäten. Also von dem her er altert wirklich nicht so stark, wie man das vielleicht denkt. Kommt natürlich auch immer darauf an, wie er vorher benutzt wurde, der Akku. Ob jetzt der Halter oder die Halterin sorgsam mit ihm umgegangen ist, vielleicht auch immer schön von 20 bis 80 Prozent geladen hat. Aber heutzutage wird das auch angeboten, unter anderem auch vom TCS, dass Du dir von Occasions Elektroautos ein Zertifikat bekommst, wie viel Restkapazität hat der Akku tatsächlich noch. Dann habe ich schwarz auf weiss, sehe ich, okay, der hat immer noch 90 Prozent. Also wenn ich am Anfang 500 Kilometer hatte, dann hat er dann noch 450 maximale Reichweite. Also kauft man nicht die Katze im Sack, sondern du weisst, wie viel Restkapazität das hat und jeder vernünftige Gebrauchtwagenhändler wird das in Zukunft auch ausweisen bei Occasion Elektroautos.
Wilma: Du sprachst die Reichweite jetzt gerade an. Auch das ist ja in der Zukunft. Wird uns da was erwarten? Einige reden jetzt schon von Reichweiten bis zu 1.000 Kilometern, die möglich sind. Das würde ja meiner Reichweitenangst sehr entgegenkommen, wenn ich wüsste, dass das Auto irgendwie 1.000 Kilometer schafft. Was ist da so los?
Andi: Die Reichweitenangst auch Auch immer ein grosses Thema bei Elektroautos und natürlich eben, wohin geht es mit den Reichweiten. Ich habe vorhin schon angesprochen, den CLA, dem war ich jetzt wirklich tatsächlich letzte Woche in Kopenhagen gefahren. Das war die offizielle Fahrveranstaltung. Und der hat eine enorme Reichweite von 792 km mit dem grossen Akku und wir sind da auch relativ viel gefahren und das ist wirklich beeindruckend. Also ich glaube so im Alltag 600, 650 km selbst mit viel Autobahnanteil schafft man dann schon. Auch wenn es natürlich nicht die 800 km sind, die man jetzt auf der Autobahn nicht schafft. Aber du siehst schon da, sie arbeiten dran. Es geht immer weiter. Auch VW ID.7 zum Beispiel schafft schon über 700 Kilometer. Audi A6 oder eben so ein Lucid Air, so amerikanische Premium Marke, der schafft heute schon 900 Kilometer. Kostet dann natürlich viel, aber man sieht es. Also auch die günstigeren Autos, also auch der CLA ist relativ preiswert. Natürlich nicht günstig, aber preiswert. Das wird schon in die Richtung gehen, dass die Reichweiten immer weiter steigen. Und da habe ich auch gerade einen Artikel ganz aktuell darüber gemacht, wo uns bei der Batterietechnik schon in naher Zukunft gehen könnte. Da haben nämlich südkoreanische Forschende, denen ist es anscheinend gelungen, es ist relativ komplex mit so einem neuen Anodenmaterial, also von wo der Strom dann quasi durch die Batterie fliesst. Bin ich jetzt kein Chemiker, ich kann es nicht so genau erklären, aber sie haben anscheinend so ein super Material gefunden, womit bis zu 5000 Kilometer möglich sein sollen. Ja, ist wahrscheinlich schon Man hört ja auch immer wieder von so super super Akkus bis wir dann wirklich 5000 Kilometer zurücklegen. Geht's wahrscheinlich schon noch ein bisschen, aber auch Toyota, BMW, die forschen wirklich an so Akkus. Ich glaube, wo man in zwei, drei Jahren bei eher teuren Autos dann wieder, wo du wirklich 1000 Kilometer schaffen könntest und in dem Zusammenhang mit Batterien werden ja auch immer wieder die sogenannten Feststoffzellen-Akkus, hast du vielleicht auch schon von gelesen, werden da immer wieder ins Spiel gebracht, wo dann auch mehr Leistung, kompaktere Bauform, mehr Reichweite und schnellere Ladezeiten in Aussicht gestellt werden. Also da wird es auf jeden Fall auch ganz spannend bei den Batterien.
Wilma: Ja, die sind das Non plus Ultra, wenn es um die Akkus geht. Jeder Hersteller tüftelt da, glaube ich, irgendwo. Er kocht sein eigenes Süppchen, und jeder versucht, den anderen zu überbieten. Frank Blome, der Batteriechef bei VW, hat das mal im Gespräch gesagt, dass das Endspiel in der Akkutechnik sei, das jeder Konzern gewinnen will. Ist das jetzt wirklich so dramatisch?
Andi: Ja, es ist sicher ein Vorteil, wenn du früh damit dran bist. Das ist, glaube ich, wie bei jeder Technologie so. Um vom Endspiel zu sprechen, das finde ich jetzt glaube ich ein bisschen dramatisch, also ich glaube wir sind mit der ersten Halbzeit, wenn es um die Akkus geht, also ich glaube da sind wir noch lange nicht am Ende, bis wir dann wirklich den ultimativen Super Akku haben. Aber was natürlich ist, man hat natürlich die chinesischen Player, man hat in Amerika Firmen, man hat die grossen deutschen Autobauer und Batteriehersteller und jeder hat natürlich einen Vorteil, umso schneller ich mit so einer Technik auf den Markt komme und die in Grossserie einsetzen kann. Umso besser ist es für mich als Unternehmen, weil die Technik sich dann verbreitet. Aber ja, es forschen nicht nur Autobauer, sondern auch ganz viele andere Firmen forschen natürlich auf dem
Wilma: Gebiet. Du sprachst es eben auch schon an und wir sind damit schon eingestiegen. Die neuen Akkus können grössere Reichweite generieren, aber laden natürlich auch viel, viel schneller. Also diese beiden Komponenten sind es ja, auf die gesetzt wird. Bivaldi hat da, glaube ich, schon mal irgendwas gezeigt oder da war auch irgendwie was.
Andi: Ja, BYD, der chinesische E-Auto-Gigant, wie wir immer so schön schreiben im Blick, die sind ja kürzlich in der Schweiz gestartet und sie haben vor wenigen Monaten einen sogenannten Megawatt-Lader enthüllt, der dann, wie der Name sagt, soll mit bis zu 1000 Kilowatts und 1 Megawatt laden können. Und das soll dann bestenfalls in fünf Minuten Strom für weitere 400 Kilometer in die Akkus pumpen. Okay. Vor wenigen Jahren völlig undenkbar, aber heute ist das wirklich, das wäre dann noch dreimal so schnell, wie es heute möglich ist. Und in dem Zusammenhang habe ich dann aber gerade wieder ein paar Wochen später von einem britischen Batteriehersteller gelesen oder gehört und auch darüber geschrieben, der bald Akkus verbauen könnte, die in 18 Sekunden von 0 auf 100 Prozent geladen haben. dann haben die E-Autos definitiv den Verbrenner irgendwann überholt, wenn das tatsächlich in Serie gehen sollte.
Wilma: Ja, bei der Zahl bin ich dann jetzt gerade skeptisch.
Andi: Ja, ich bin da
Wilma: auch noch ein
Andi: bisschen skeptisch.
Wilma: Weil da klingt es ja nach Wahnsinn. Das ist ja dann Formel 1, also Boxenstopp-mässig läuft das dann. Also Formel E eher, oder? Ja, oder Formel E, aber was die Schnelligkeit betrifft. Aber weil auch diese Reichweiten bis zu 5.000 Kilometer, also das ist schon noch utopisch. Also,
Andi: oder... Ja gut, zum einen sage ich mal, wer will 5000 Kilometer am Stück fahren? Also ich nicht. Ich will nach, oder man sollte ja auch nach ein paar hundert Kilometern wenigstens mal wieder eine Pause machen, so nach zwei, drei Stündchen. Und eben, wenn ich mir dann eh ein Käffchen hole und einmal auf Toilette gehe, die vierte Stunde mit der neuen Akkutechnik ist dann der Akku auch schon wieder voll, dass ich weiterfahren kann. Da wird es in Zukunft drauf hinauslaufen, dass ich jetzt vielleicht nicht den riesen Super-Akku brauche, der dann wirklich Strom für 1000 Kilometer hat. sondern dass ich eben eine schnelle Ladegeschwindigkeit habe, dass ich den Akku unterwegs schnell wieder vollkriege. Aber auch das Thema Effizienz wird immer ein grösseres Thema. Eben die Aerodynamik und ausgebügelte Technik. Also zum Beispiel, ich nenne jetzt immer wieder den CLA, weil das wirklich im Moment so das E-Auto ist, über das man sprechen muss, weil es wirklich so viele neue Benchmarks setzt. Der hat zum Beispiel auch ein Zweiganggetriebe an der Hinterachse. Und auf der Autobahn ab 100 kmh wechselt dann 2. Gang und dann kann ich noch effizienter fahren. Deswegen kommt er dann auch mit weniger Stromverbrauch weiter und eben die Aerodynamik kommt auch dazu. Und eben, wenn ich dann weniger Akkugewicht habe, vielleicht auch kleinere E-Motoren, Umso leichter und verbrauchsärmer wird dann ein Elektroauto und ich glaube darauf wird es hinauslaufen. Nicht unbedingt immer grösser, grössere Akkus, stärkere Motoren, sondern dass es sich so einpendelt. dass ich möglichst effizient unterwegs bin.
Wilma: Ja, also ich gehe davon aus, wenn da einer in den Raum stellt, wir laden innerhalb von Sekunden irgendwie oder wir fahren jetzt 5000 Kilometer, geht es wahrscheinlich auch erst mal um Aufmerksamkeit zu schaffen für den eigenen Brand oder mal alle irgendwie ein bisschen nervös machen, damit die auch alle gucken, was läuft da.
Andi: Natürlich.
Wilma: Wir sparen eben die neue Klasse an. Grundsätzlich läuft ja viel. Jeder hat mittlerweile seine eigene Plattform. BMW hat die neue Klasse. Bei VW heisst das Ding, glaube ich, Scalable Systems Platform. Also man sieht ja wirklich, dass sie umstellen. Und auch umstellen müssen wahrscheinlich. Trotzdem… glaube ich, dass die Verbrennerzeit noch nicht zu Ende ist und wird man ja auch bestätigt, weil wirklich alle Hersteller grundsätzlich jetzt gesagt haben, wir bleiben noch bei, zumindest die Hybriden und auch noch bei den Verbrennern.
Andi: Ja, du hattest mir vorhin ein Skript geschrieben, dass ich jetzt sagen soll, ja, da muss ich dir recht geben. Du konntest es zumindest mal probieren. Ja, du konntest es probieren, aber ich glaube dann doch, also ja, die Verbrennerzeit, der Verbrenner wird weiter laufen. Das ist ja auch gerade für Märkte, wo jetzt die Elektromobilität sich noch nicht so schnell durchsetzen wird, dass ich denke, so in abgelegenen Regionen, vielleicht auch in Südamerika, in Afrika oder so, wo wahrscheinlich so ein Schnellladenetz noch nicht so schnell aufgebaut sein wird, wie in Europa oder in Asien, China und selbst in Amerika. Also von dem her, die Autobauer werden natürlich noch weiter Verbrenner bauen, wahrscheinlich auch immer effizientere, eben mit so Mild-Hybrid-Systemen oder mit normalen Hybrid-Systemen, wo ich dann trotzdem sparen kann. Aber ich denke zumindest bei uns in Europa, auch wenn ich jetzt die Neuheiten sehe, die ja da auf den Markt kommen, irgendwann lohnt sich auch für den Kunden lohnt sich einfach ein Elektroauto viel mehr, weil es günstiger ist, ich vielleicht sogar weiterkomme, gleich schnell lade, es wird genauso komfortabel sein und am Ende spare ich dann einfach auch bares Geld. Da könnte man jetzt noch kurz auf die Folge 5 verweisen, da ging es um die Kosten, kann man auch gerne nochmal reinhören, dass einfach Elektroautos wirklich irgendwann günstiger sind und ich glaube, wenn das dann soweit ist, dann, ja, jeder normale Kunde, der jetzt nicht unbedingt der Petrolhead ist, der jetzt sich noch seinen fetten V8 in die Garage stellen will, wird früher oder später zumindest bei uns dann umschwenken auf Elektro.
Wilma: Also weil wir über die Zukunft jetzt sprechen wollten, nochmal zusammengefasst, also die Batterien werden effizienter, indem sie mehr Reichweite generieren, indem sie schneller ladenzuladen sind. Und auch technisch sind die E-Autos, glaube ich, hat auch den Verbrennern dann irgendwann weit überlegen, was KI und Assistenzsystem und
Andi: all das betrifft. AMG, das ist die Sporttochter von Mercedes, hat ja den ersten, ist noch ein Konzept, aber wird auch an der IAA, wird das auch die Serienversion enthüllt, haben sie so einen Supersportwagen, der erste reine elektrische, von AMG präsentiert. Und da haben sie sogenannte, jetzt muss ich kurz schauen, Axialflussmotoren, hört sich spannend an das Wort. Normalerweise sagst du Radialflussmotoren. Ich müsste nachgucken, wie die genau funktionieren. Auf jeden Fall, die Quintessenz, sie sind sind nur noch ein Drittel so gross wie ein normaler Elektromotor. Also werden auch wieder leichter. Das ist dann, was ich da angesprochen habe. Die Autos werden wieder leichter. Und was die da so im Auto verbaut haben von der Technik. Man sieht schon, dass da riesige Schritt, wenn selbst AMG jetzt kommt und den ersten Hypersportler mit 1000 kW, also 1360 PS oder so vorstellt. Ja, man sieht schon, dass alle daran arbeiten. Was man natürlich sagen muss, auch diese super Akkus oder Laden in 18 Sekunden, das wird am Anfang natürlich wie die grossen Flachbildfernseher am Anfang, waren ja auch wahnsinnig teuer, bis die dann auf einem Niveau Preislich sind, dass sich die normale Bevölkerung das leisten kann, so wie du und ich. Das dauert dann natürlich nochmal ein bisschen. Aber es kommt natürlich alles von oben runter. Wie bei der Formel 1 kommt ja auch die Technik irgendwann in die Serie. Und bei diesen neuen Supersystemen, die dann da kommen, super Batterien, super Schnellladefähigkeit, super effizient. Genau, irgendwann wird das dann auch den Weg in die normalen Autos finden.
Wilma: Ja, ich glaube grundsätzlich das, was du angesprochen hast oder wo wir darüber diskutiert haben, ist das Wichtigste, dass die Autos günstiger werden im Anschaffungspreis. Auch wenn sie natürlich über den Lebenszyklus, haben wir über Folge 5 drüber gesprochen, immer günstiger oder in der Regel günstiger sind als ein Brenner, ist es doch immer noch der Anschaffungspreis, der viele Leute im Moment abschreckt.
Andi: Immer noch ein bisschen, wobei auch da nochmal den CLA. Da hat mir der Pressechef Schweiz vorgerechnet, der hätte, das ist ja etwa so C-Klasse Niveau der CLA, hat da mal durchgerechnet, also der geht jetzt in der Schweiz, der mit dem grossen Akku, der kleinere kommt dann später, der wird dann noch günstiger, der mit diesem grossen Akku mit 780 Kilometer Reichweite beginnt bei 62.000 Franken. Hört sich erstmal nach viel an, aber du hast natürlich dann auch deine, ich müsste nachgucken, 270 PS. Wenn du dann einen ähnlich vergleichbaren Verbrenner C-Klasse dir kaufen willst, ist das teurer. Also auch da siehst du schon, selbst bei Mercedes, werden jetzt die Stromer günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner. Das Beispiel Skoda spreche ich immer wieder an. Du siehst überall kommen, nähern sich die Preise an und dann ist irgendwann diese Preisparität die sogenannte, dass Verbrenner und Stromer gleich teuer sind und Stromer irgendwann sogar günstiger. Ja, da stehen wir jetzt kurz davor.
Wilma: Okay, dann freuen wir uns auf die IAA, würde ich sagen.
Andi: Absolut, ich bin vor Ort. Da kann ich natürlich dann vielleicht auch noch berichten.
Wilma: Genau, was da einfach alles enthüllt wird, worauf wir uns freuen können. Alles, was wir wieder angesprochen haben, wird in den Shownotes verlinkt.
Andi: Genau, folgt uns, abonniert uns gerne, sind über Feedbacks natürlich immer froh, lasst Kommentare da. Das lassen wir natürlich auch gerne in unsere Folgen dann einfliessen. Vielleicht auch Feedbacks, was vielleicht für Themen noch interessieren
Wilma: können. Dann bedanke ich mich für die wieder sympathische, lustige, interessante Folge und ja, bis zum nächsten
Andi: Mal. Danke dir Wilma, bis zur nächsten Folge.
00:26:58: Porsche präsentiert «Elektrogeflüster». Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.
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