E-Auto-Umsteiger erzählen

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00:00:00: Porsche präsentiert Elektrogeflüster. Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.

Wilma: Und wieder wird geflüstert. Hallo, Andi. Mittlerweile in der siebten Folge beschäftigt ihr uns in diesem Podcast mit allen Themen rund ums Thema E-Mobilität. Mein Name ist Wilma Fasola. Ich bin Redakteurin bei Ringier Medien Schweiz und mitverantwortlich für die Specials der Handelszeitung.

Andi: Hallo Wilma, auch von meiner Seite ein herzliches Hallöchen. Wie du schon gesagt hast, mein Name Andi Engel, bin Automobilitätsredaktor beim Blick oder auch bei RMS, bei Ringier Medien Schweiz und eben mit Fokus auf Automobilitätsthemen. Heute wollen wir mal so einen Alltag hören, wie es ist von einem Benziner auf Stromer umzusteigen.

Wilma: Genau, und du mich noch nicht überzeugen konntest, das zu machen, haben wir andere Leute dazu befragt und wollten mal wissen, warum sie gewechselt haben und wie sie den Wechsel erlebt haben.

Andi: Ja, leider konnte ich dich noch nicht überzeugen, muss ich sagen, denn es sprechen ja doch sehr viele Argumente für den Stromer. Aber eben in der heutigen Folge kommen wirklich mal Leute zu Wort, die Stromer, ich fahre ja viel Testwagen, aber die wirklich Stromer so im richtigen Leben, sage ich mal, der wirklich der eigene Stromer, die auf Elektro umgestiegen sind und die da auch einige interessante Dinge zu berichten haben. So viel kann ich jetzt schon mal verraten.

Wilma: In einer der letzten Folgen habe ich darüber gesprochen, dass meine Mutter eigentlich die klassische E-Autofahrerin wäre. Sie hat ein Carport daheim, Eigenheim, Solar auf dem Dach und sie fährt definitiv nie mehr als 30 Kilometer damit. Gerade jetzt war das Thema wieder bei uns super aktuell daheim. Oder daheim nicht, weil hier in Zürich. Meine Eltern haben mich in Zürich besucht. Sie sind mit dem Auto meines Vaters gekommen und das hat quasi an der Schweizer Grenze plötzlich nicht mehr Gas gegeben. Darüber gab es natürlich dann viele Diskussionen, weil er fährt einen Diesel. Da ging es natürlich darum, ob jetzt die Zeit ist, auf ein E zu wechseln. Zumindest einer von beiden.

Andi: Was war denn? Also er hatte keinen Sprit mehr oder ist was kaputt gegangen oder was ist da genau passiert an der Schweizer Grenze?

Wilma: Er ist selber Mechaniker und er hatte schon eine Ahnung und das war wirklich dann so das Abgasrückführungsventil. So, genau. Danke an die kleine Garage in Oerlikon, die das relativ schnell wieder repariert hat. Und so konnten wir dann weiter nach München fahren. Da war die Geschichte natürlich auch noch mal Thema. In dem Zusammenhang ging es dann noch darum, der Partner meines Bruders ist gerade wieder aufgefordert worden, sich ein neues Auto auszusuchen als Firmenwagen. Und er hatte die Wahl zwischen Hybrid und Full E.

Andi: Und wie ich fast schon befürchte, für was hat er sich entschieden? Für den Hybrid?

Wilma: Natürlich für den Hybrid, weil er ist da auch, was die Reichweitenangst

Andi: betrifft, mir ziemlich ähnlich. Wobei das ja auch nicht ganz unbegründet ist, aber schon mehrheitlich unbegründet. Darüber sprachen wir ja auch schon in den in den vergangenen Folgen ab und an mal. Aber eben, das bedeutet natürlich immer, wenn du von Benziner auf Stromer wechselst oder vom Verbrenner auf Stromer, es ist natürlich eine Umgewöhnung, bedeutet für alle Umgewöhnung, wenn du das noch nie hattest, bist du natürlich skeptisch, aber es gestaltet sich eigentlich gar nicht so schwierig.

Wilma: Und wie wir eingangs gesagt haben, haben wir deshalb einfach mal bei Leuten nachgefragt, die diesen Wechsel vollzogen haben. In meinem Fall war das Umberto Ferrari. Umberto kenne ich schon viele Jahre und zwar ist sein Hauptjob, er erstellt die Roadbooks für Oldtimer-Rallys. Er hat viele der Rallys, die ich mitgefahren bin, wie Passione Caracciola oder Passione Engadina quasi mit seinem Roadbook vorgegeben. Da erkennt er sich natürlich enorm gut aus, wenn es um Kilometeranzahl und Reichweite geht. Er selber hat übrigens einen super schönen Oldtimer, wie ich sagen muss, einen Bugatti T40 GS und mit dem ist er sogar 2023, glaube ich, die Mille Miglia gefahren. Und daher war ich natürlich enorm gespannt, was er zu E-Autos zu sagen hat.

Andi: Ja, kann man glaube ich auch sein. Ich glaube, die, die sich ein bisschen mit Oldtimer Rallys auskennen, Mille Miglia ist ja so die Oldtimer Rally schlechthin. Also wirklich, da kann man auch nicht einfach so mitfahren mit seinem alten, was weiß ich, Audi Oldtimer, Audi 100 oder so. Da braucht man schon auch einen ordentlichen Fahrbahnuntersatz. Ja, bei ihm jemand, der wohl seine Tage immer rund ums Thema Auto verbringt, der hat da bestimmt was zu erzählen und sicher eine klare Meinung. Und wobei ich denke, bei ihm wird es dann eher pro Benzin sein als pro Strom. Oder ja, was hat er so berichtet?

Wilma: Ich nehme es mal nicht vorweg. Aber es geht in die Richtung. Und zwar hat ihn das Auto jetzt nicht voll überzeugt, sagen wir so. Vor zwei Jahren haben sie ein neues Auto gebraucht. Bei ihm ist es so, er hat auch alles zu Hause. Photovoltaikanlage, Speicherbatterie, Wallbox. Das habe ich auch nicht gewusst. In Italien wird das 100 % von der italienischen Regierung mitfinanziert. und war somit für ihn kostenfrei, die ganze Infrastruktur für daheim. So neugierig wie er war, hat er sich einen vollelektrischen Peugeot 208 als Zweitwagen für die Nutzung in der Stadt gekauft. Aber er hat auch darüber nachgedacht, mal zu gucken, wie das so ist, ihn als Erstwagen zu testen und zu fahren. Genau, weil sein Hauptauto ist auch

Andi: ein Diesel. Du hast mir im Vorgespräch vor der Aufnahme noch erzählt, dass Italien gerade relativ viel macht, um die E-Mobilität zu pushen. Was wird denn da sonst noch genau umgesetzt? Kannst du das ein bisschen noch erzählen?

Wilma: Ich habe nachgelesen und war überrascht, wie viel Italien in dem Bereich tut. Ich habe genau nachgeschaut. Anfang August kam heraus, dass ab September sogar wieder der eigentliche Kauf eines E-Autos mitfinanziert wird. Das nennen sie den sogenannten ECO-Bonus. Diese EU-Mittel sollten eigentlich als Basis dienen, die Infrastruktur in Italien auszubauen. Da wurde aber das Ziel verfehlt. Und ja, jetzt gibt es irgendwie knapp 600 Millionen Euro. Die möchte man quasi jetzt umschiften als Zuschuss zum Kauf eines E-Mobilitätsautos.

Andi: Okay, das heißt eben also E-Auto-Kauf wird gefördert. Genau. Infrastruktur. Stand da auch noch irgendwas? Wird da auch noch irgendwas gemacht? Oder wird da jetzt gar nichts mehr?

Wilma: Habe ich jetzt gar nichts zu gefunden. Müsste ich dann selber nochmal nachschauen. Aber wie gesagt, also das fand ich schon... Also die Summe von 600 Millionen finde ich jetzt schon... Hört sich auf jeden Fall vielversprechend

Andi: an.

Wilma: Dann würde ich doch sagen, hören wir einfach mal rein, was Umberto uns so zu seinen Erfahrungen

Andi: zu berichten hat. Ja, du hattest gesagt eben, der spricht nicht perfekt Deutsch.

Wilma: Genau, also er spricht besser Deutsch als ich wirklich Italienisch, das muss ich zugeben. Aber einfach, um sich auch sicher zu sein, hat er es abgelesen. Daher klingt es wahrscheinlich auch

Andi: abgelesen. Okay, aber hören wir mal rein. Genau.

Umberto Ferrari: Das Auto war außergewöhnlich, sowohl für das Fahren als auch die Geräuschlosigkeit und den Einsatz in städtischen Gebieten mit eingeschränktem ZTL-Verkehr. Problematisch hingegen ist die Autonomie und das Aufladen vor allem im Winter, wenn die Heimproduktion fast null ist. hohe und ungünstige Ladekosten im Vergleich zu Benzin, Ladestationen nicht leicht zu finden und in ungünstigen Bereichen lange Ladezeiten. Der Wechsel vom Verbrennungsauto zum Elektroauto war sehr einfach.

Wilma: Dieses Einfach war einfach im Handling, aber jemand, der sich mit Autos auskennt, ist wahrscheinlich auch nicht so schwer, irgendwie umzusteigen. Ganz kurz,

Andi: ein Wort habe ich nicht ganz genau verstanden von dem Herrn Ferrari. Am Anfang hat er was gesagt in manchen städtischen Bereichen. Was hat er da genau gesagt an der Stelle?

Wilma: Das sind die ZTL-Bereiche und das sind verkehrsberuhigte Zonen, in der eigentlich hauptsächlich nur noch Elektro- und hybride Fahrzeuge einfahren dürfen. Er hat gesagt, sie werden wieder zurück wechseln. Also das Auto hat einfach nicht überzeugt und es sei für ihn nicht wirtschaftlich. So hat er es ausgedrückt, als wir uns weiter darüber unterhalten haben. Und was natürlich auch mit seinem Beruf zu tun hat. Also bei ihm ist es so, er muss lange Strecken fahren, er fährt die Rallyestrecken jeweils ab und er sagt, er hat genug zu tun und muss da nicht noch sich überlegen, an welcher Station er irgendwie laden kann. Genau, da haben wir doch einmal in sein zweites Statement rein, und da war die Frage, würden Sie wieder zurück zum Verbrenner gehen? Oder warum vielleicht auch nicht?

Umberto Ferrari: Auf jeden Fall. Das gesamte Management des Elektroautos war teurer als das mit dem Benzinauto. Selbst in meinem speziellen Fall mit völlig kunstloser Stromerzeugung. Ich musste die Photovoltaikanlage nicht amortisieren. Weitere Nachteile sind reduzierte Autonomie, zu lange Ladezeiten, lange und komplexe Reiseplanung. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung mit objektiven Daten ergab sich, dass die höheren Küsten des vollelektrischen Autos nach vier Jahren amortisiert werden, wenn das Auto gewechselt werden muss, weil der Mieten-Leasing-Vertrag ausläuft. aber vor allem für die Unbekanntheit der Akkulaufzeit. Nach drei Jahren ist eine Verringerung der Batteriekapazität zu verzeichnen, wodurch die Reichweite von 360 auf 320 km reduziert wurde. Gut.

Andi: Da muss ich jetzt vielleicht mal kurz auch mal kurz noch zusammenfassen, was Herr Ferrari da hauptsächlich kritisiert. Also jetzt vielleicht ganz am Schluss, dass die Batterien einen kleinen Rückgang haben. Also wenn ich mir die Zahlen angucke von 360 auf 320, wenn ich das hochrechne, sind etwa 10 Prozent. Also sie hat immer noch 90 Prozent. Das ist ja auch bei Bei modernen Batterien sagt man etwa nach 100.000 oder 200.000 Kilometer, dass die immer noch bis zu 90% haben. Also das ist dann nichts ungewöhnliches. Zum einen aber kritisiert er auch die hohen Ladekosten im Winter oder beziehungsweise unterwegs. Ich habe es nicht ganz genau verstanden, wie hoch die Kosten sind unterwegs. Weiß ich natürlich nicht. In Italien am öffentlichen Netz. Aber wie er, glaube ich, gesagt oder wie du gesagt hast, ist er, glaube ich, auch eine Photovoltaikanlage zu Hause. Und in Italien scheint ja auch im Winter auch die Sonne. Deswegen, wenn er natürlich immer zu Hause konsequent lädt, ich glaube nicht, dass dann... Das weiß der Verein natürlich besser als ich, aber ich würde jetzt das so einschätzen, eigentlich sollte der ja nicht so hohe Ladekosten haben. Die lückenhafte Ladeinfrastruktur abseits der Autobahn immer wieder ein Thema in Italien. Da muss Italien definitiv noch nachlegen, vielleicht auch mit diesen Fördermillionen, die sie da gekriegt haben. Aber was er eben hauptsächlich bemängelt, ist die Reichweite seines Peugeot e-208. Und da muss man halt wirklich sagen, das ist schon ein älteres Auto, was sich Ferrari da gekauft hat. Es ist wirklich nicht mehr brandneu. Das heißt, es hat auch nicht einen großen Akku, der ist etwa 50 Kilowattstunden. Also die Reichweite sollte so maximal 400 Kilometer, auf Autobahn natürlich weniger. Aber eben, das ist ein Kleinwagen. Also mit einem Polo, sag ich jetzt mal gut, klar, kann man auch lange Strecken fahren, aber es ist jetzt nicht ein Reisewagen, so wie irgendwie ein Touran zum Beispiel, wie dein Vater fährt. Der dann manchmal auch irgendwie... Aber ich sage mal eben, das ist wirklich ein Kleinwagen, der mehr für den städtischen Verkehr oder eben so für Touren bis 300km kein Problem. Aber du lädst dann natürlich auch länger, weil der einfach auch noch nicht so eine schnelle Schnellladeleistung zur Verfügung stellt, so als andere Modelle. Einfach mal noch zusammengefasst, was er so kritisiert hat.

Wilma: Ja, vollkommen in Ordnung. Ich habe ihn einfach gefragt, wenn er das als Erstwagen benutzt hätte, bei seiner Tätigkeit, die er macht. Da ist es dann einfach, er fährt abseits der Autobahn, weil Oldtimer-Rallys finden definitiv nicht auf der Autobahn statt. Da ist es mit der Infrastruktur in Italien einfach schwierig. Und wenn, da sind die Kosten wohl sehr hoch. Aber klar, als Zweitwagen lebst du ja in der Regel daheim.

Andi: Für eine Kilowattstunde zahlt man immer gleich viel, egal ob ich einen Porsche oder einen Peugeot fahre. Im italienischen Hinterland ist die Infrastruktur noch ein bisschen lückenhaft. Kann ich mir auch vorstellen. In der Schweiz oder in vielen anderen Ländern sind wir aber schon deutlich weiter. Aber natürlich eben. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass du dich jetzt auch ein bisschen in deiner Skepsis, gegenüber dir immer noch vorhandenen Skepsis, dass du dich da auch ein bisschen

Wilma: bestätigst. Nein, das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Nein, natürlich. Also ich wusste natürlich auch, mit wem ich spreche. Ich fand es erstens spannend, dass er es ausprobiert hat. Aber klar, seine Erfahrungen sind seine ganz persönlichen Erfahrungen. Und er hat einfach einen Job, wo er immer weiter Strecken und über Land fahren muss. Und das, wie gesagt, in Italien meistens, auch in der Schweiz natürlich. Aber er hat einfach gesagt, für ihn sind lange Reisen unmöglich, besonders wenn es um seine Geschäftsreisen geht, mit diesem Auto. Sicher auch aus gewissen Gründen, wie du sie gerade genannt hast.

Andi: Von dem eher skeptischen Umsteiger, der vielleicht jetzt eben, ob er sich nochmal ein Elektroauto kaufen will. Das ist ja auch so, wenn du eine Fleischalternative mal probierst und die war dann nicht gut, dann sind dann gerade alle Fleischalternativen schlecht. Ist vielleicht auch ein bisschen da der Fall. Aber von diesem eher skeptischen Beispiel von einem Umsteiger, wir konnten auch noch in dieser Folge noch mit einem anderen Umsteiger sprechen. Und das ist der Darijo Jukić, der wohnt in Luzern. Und er hat einen ähnlich interessanten Background zu Autos wie der Umberto Ferrari. Der Herr Jukić ist vom Beruf Automechaniker und er fährt etwa seit 4 Jahren Tesla. Wir hören mal kurz rein, was ihn zu diesem Wechsel überhaupt bewogen hat, dass er von einem Verbrenner zu einem Stromer umgestiegen ist. Sehr gerne.

Darijo Jukić: Es ist dazu gekommen, dass die Benzinpreise ganz einfach, Corona damals, Benzinpreise, die gestiegen sind bis ins Unendliche, und dass ich mit dem HPA auch ein bisschen Kontakt habe mit den Autos natürlich. Ich hatte nicht mehr so Lust auf Altöl, auf Verbrennermotoren, die stinken, die einfach nicht mehr Zukunft sind. Für mich war der Umstieg sehr, sehr leicht. Dadurch, dass ich bei Tesla auch den Strom nicht bezahlen muss, also Free Supercharging habe, war das für mich eigentlich gar keine Frage. Ich habe es gerade am Portemonnaie gemerkt. Ich habe mich viel freier gefühlt. Es ist viel angenehmer, wenn man nicht Benziner ist.

Wilma: Er hat in seiner Antwort über Free Supercharging gesprochen. Ich glaube nicht, dass jeder weiß, was damit gemeint ist.

Andi: Genau. Also ich glaube, was er meint, am Anfang, wenn du halt, ich glaube das war bei Model S und Model X von Tesla, das sind ja wirklich die hochpreisigen, da hast du die ersten, ich weiß nicht wie viele Jahre, wenn du einen neuen Tesla gekauft hast, konntest du an allen Superchargern gratis tanken bzw. laden. Okay. Ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, er hat den Orcasion gekauft, also müsste er das wahrscheinlich noch dabei gehabt haben. Das lohnt sich dann natürlich enorm, wenn du natürlich gar keine Ladekosten unterwegs hast. Ich glaube, egal bei welchen Tesla heute ist es nicht mehr gratis an den Superchargern, aber doch auch noch vergünstigt, zumindest für die Tesla Kunden. Okay. Weil die Reichweitenangst bei vielen und auch bei dir immer noch mitschwingt, habe ich Darijo Jukić gefragt, was er für Erfahrungen auf längeren Strecken gemacht hat und ob man wirklich viel länger braucht, als wenn man mit einem Verbrenner unterwegs ist.

Darijo Jukić: Die Frage kann man auch auf einen Verbrenner rüberschwenken. Wenn man vergisst zu tanken, bleibt das Auto auch stehen. Man muss schon mit Köpfchen dabei sein. Man kann nicht einfach reinhocken, losfahren und hoffen, dass die Sonne das Auto auflädt. Man muss schon mitdenken. Ich bin schon grössere Strecken gefahren. Auf Amsterdam, auf Berlin, auf Kroatien, Bosnien mit dem Elektroauto. Ich bin nie liegen geblieben und hatte auch nie Angst, dass ich liegen bleibe. Überhaupt nicht. Länger braucht man schon. Ich sage, für 1000 Kilometer hat man vielleicht zwei Stunden länger, wenn man mit einem Benziner arbeitet. Aber dadurch, dass man alle drei, vier Stunden anhält, geht das Auto laden. kann man schnell einen Kaffee trinken. Es ist entspannter zu reisen, es ist nicht so hektisch. Man nimmt sich einfach die Zeit, hält an, trinkt einen Kaffee und die Ladezeiten sind ... Also bei mir jetzt, beim älteren Tesla-Modell, das sind 45 Min. bis max. 1 Std. Dann ist man wieder voll und hat wieder seine 400 km. Ich finde es eigentlich nicht schlecht.

Andi: Doch im Gegensatz zu dem Fachmann sind anscheinend seine Kundinnen und Kunden sind da auch immer noch sehr, sehr skeptisch. Also es herrscht einfach diese große Skepsis gegenüber Elektro. Und umso erstaunter sind die Kunden dann auch, wenn Darijo Jukić dann von den Vorteilen von den Strohmann berichtet, wie er im nächsten Statement noch ein bisschen ausführt.

Darijo Jukić: Sie sind sehr skeptisch. Die Leute reagieren sehr komisch, weil sie sagen, was ich tue. Ich fahre ein Elektroauto. Und ja, sie sind meistens scheissdreckig. Keine Geräusche, keine Töne. Aber bis ich ihnen erkläre, dass ich nicht jedes Mal 8 Liter Öl ablassen und wieder auffüllen und filtern muss, und es ist dreckig und stinkt ... Wenn sie dann sehen, dass ich statt einem Motor auch einen Kofferraum habe und dass ich das Auto mit dem Handy zu mir rufen kann, dann sind sie schon begeistert. Bei meinen älteren Modellen, die sie noch lange nicht kennen, gibt es schon viele Vorteile, die sie sehen. Die meisten haben auch keine Lust auf die Ladezeit wegzukommen. Alle haben das Gefühl, das sei so viel. Aber ich finde, nach 4 Std. Autofahren, eine halbe Stunde Pause, das ist genau richtig. Die heutigen Elektroautos schaffen es wirklich, unter einer halben Stunde voll zu laden. Ich habe das Gefühl, wenn man ... Tja, wenn man das mit dem Tanken vergleicht, sind wir nicht mehr viel weiter. Also wir sind schon recht nahe an dem.

Wilma: Dann hat er nur Wilmas als Kunden.

Andi: Vermutlich sehr viele Wilmas. Ja, ich glaube eben, die meisten Kunden, wenn du noch nie Erfahrung hattest, ja, man ist skeptisch, aber umso cooler, also jetzt aus meiner Perspektive, finde ich dann halt auch, wenn man dann so einen Mechaniker wie den Herrn Jukić hat, der da wirklich recht authentisch das, glaube ich, auch rüberbringen kann. Und auch über Reparatur und Servicekosten haben wir mit Darijo Jukić gesprochen. Und da, wir hatten ja vorhin das Thema schon mal angesprochen, aber ich will dich jetzt mal ganz direkt fragen, was hat denn der neue Filter bei dem Touran von deinem Vater gekostet, weißt du das?

Wilma: Sagen wir es so, für einen sehr sparsamen Westfalen tat es sehr weh. Also wir waren mit allem drum und dran, mit Teilen, mit Einbauen und bei ungefähr 1.500 Franken. Der Umrechnungskurs zum Euro ist natürlich jetzt auch nicht gerade zu seinem Vorteil gewesen. Also es waren natürlich wirklich hohe Kosten. Wenn ich mir jetzt aber so die Schilderung von Herrn Jukić anhöre, finde ich natürlich auch super spannend, dass jemand, der eine eigene Garage hat, dieses Experiment für sich auch gemacht hat und es ihn sogar voll überzeugt hat. Vor allen Dingen, da gebe ich dir recht, haben wir auch schon drüber gesprochen, gerade diese Servicekosten, das ist ja was, was viele halt nicht sehen, wenn es um die Frage geht. Er hat sich wahrscheinlich schon vorher darüber Gedanken gemacht, was im Gesamten die Kosten sind und wann sich das amortisiert hat. Aber vielleicht auch für

Andi: deinen Vater spannend, wenn wir jetzt noch den nächsten Einspieler bringen, weil da erklärt er dann auch, wie viel günstiger dann das Elektroauto ist. Also hören wir doch da noch kurz rein.

Darijo Jukić: Die zwei Autos in der Wartung? Das ist ein grosser Unterschied. Bei einem Verbrenner-Benziner hast du Alljahr-Wartung, wo du Ölfilter, zum Teil Zündkerzen ersetzen musst. Dann hast du grosse Reparaturen mit Auspuffanlagen, Katalysatoren, Dieselpartikelfilter, die extrem teuer sind. Da kostet der Filter schnell mal 2'500-3'000 Franken. Beim Elektroauto habe ich gar kein Service. Also das, was ich bei ihm machen muss, sind Bremsen ganz normal, Reifen. Und sonst habe ich nichts zum Einfüllen. Das Einzige, was ich einfülle, ist mein Scheibenwischwasser. Und fertig. Das kann ich eben. Ich muss nicht jedes Jahr in einen Service. Ich muss nicht jedes Jahr x Liter Öl rein und raus. Also es ist ein riesiger Vorteil zum Verbrenner. Und auch Kosten natürlich. Wir haben nicht alle Jahre ein Service, das Tausende kostet. Es sind viel weniger Teile verbaut. Viel, viel weniger Teile als bei einem Benziner.

Andi: Wie wir gehört haben, überwiegen die Vorteile von einem Stromer gegenüber einem Verbrenner bei Weitem. Zumindest im Falle des Automechanikers Darijo Jukić. Aber um das Thema vielleicht auch noch ein bisschen versöhnlicher abzuschließen, es ist auf jeden Fall nicht so, dass Darijo Jukić sich nie mehr ans Steuer eines Verbrenners setzen würde. Und das führt er in der nächsten Antwort noch kurz aus.

Wilma: Okay, dann hören wir da doch auch noch mal rein.

Darijo Jukić: Zurück zu einem Verbrenner. Ja, ein alter VW-Bus, ein Golf 1. Auf dieser Basis zurück zu einem Benziner, wo man ein Wochenendeauto hat, dass man trotzdem noch ein bisschen das Feeling hat von früher. Aber so für den Alltag zurück auf einen Benziner, auf einen Verbrenner, nein, ganz sicher nicht.

Andi: Also für den Alltag ein Stromer und für das Fahrvergnügen in der Freizeit quasi ein Oldtimer. Könntest du dich damit vielleicht auch anfreunden, Wilma?

Wilma: muss ich nur noch den Sponsor dazu finden, der die zwei Autos bezahlt. Oder zumindest den Oldtimer, den ich dann daneben stelle, wenn ich dann den anderen gegen den Stromer getauscht habe. Ja. Weil du gerade persönlich sagtest, ich habe dann noch mal ganz zum Schluss noch einen Kommentar von Umberto gerne noch, den ich auch vorlese, zwar mit weniger Gestik, als er das natürlich tut. Da ging es einfach um die Mobilität der Zukunft, wie er das sieht. Er meinte, das ist ein Elektroauto, wie es heute konzipiert ist. nicht allein die Zukunft der Mobilität ist. Und seinen Augen müssen andere technologische Wege beschritten werden, wie zum Beispiel Wasserstoff. Sowohl als Brennstoff in Verbrennungsmotoren, hat er gesagt, oder auch als Rohstoff für die Kernfusion von Wasserstoff. Aber da bin ich bei dir, es braucht Alternativen. Also da ist er auch. ist auch deiner Meinung oder der Meinung ganz viel anderer. Und der Meinung bin ich ja auch. Also Alternativen braucht es. Und genau darum haben wir uns überlegt, die nächste Folge. Schauen wir doch mal, was es alternativ zum E-Antrieb noch gibt, wenn es um das Thema Mobilität geht.

Andi: Genau, ja, das wird sicher spannend, weil auch was, was jetzt Herr Ferrari da noch angesprochen hat, im Thema Wasserstoff, für den Antrieb von Autos oder eben E-Fuels kommt natürlich dann auch noch ins Spiel. Wahrscheinlich hat er das auch noch ein bisschen gemeint. Werden wir schauen. Werden wir uns auch sicher drüber unterhalten. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die nächste Folge. Aber jetzt erstmal danke ich dir, Wilma, für den heutigen Austausch, den wir wieder hatten. Wieder sehr spannend. Mehr Infos zu den erwähnten Themen finden unsere ZuhörerInnen natürlich wie immer in den Show Notes. Und dann bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, danke fürs Zuhören. Wenn es euch gefallen hat, gerne noch ein Like dalassen. Und sonst schaltet wieder gerne in zwei Wochen ein, wenn hier wieder Elektro geflüstert wird. Und damit noch ein letztes Wort an Wilma.

Wilma: Ja, wie immer super spannend. Wir sind nicht immer einer Meinung. Das ist so. Wir hatten dann wohl auch jeweils den richtigen Gesprächspartner. Anscheinend, ja. Auch ich verabschiede mich und freue mich auf in zwei Wochen.

00:25:29: Porsche präsentiert Elektrogeflüster. Faszination Sportwagen. Elektrifiziert.

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